• Autor: Adam Růžička
Samsung erweitert seine Reihe kabelloser Kopfhörer um ein Modell, das sich deutlich von den bisherigen Galaxy Buds unterscheidet. Die Samsung Galaxy Buds On sollen eine Clip-Konstruktion nutzen, dank der die Ohrhörer nicht tief ins Ohr eingesetzt, sondern leicht daran befestigt werden. Der Hersteller richtet sich damit vor allem an Nutzer, die beim Musikhören ihre Umgebung weiterhin wahrnehmen möchten. Das neue Modell könnte sich daher beispielsweise zum Laufen, für Spaziergänge oder andere Aktivitäten im Freien eignen. Was sollen die Samsung Galaxy Buds On alles bieten?
Die größte Veränderung gegenüber den klassischen Galaxy Buds ist die Bauweise selbst. Die Galaxy Buds On sollen ein Clip-Design nutzen, das den Ohrhörer am Ohr hält, ohne es zu verschließen. Laut Samsung soll sich die Konstruktion deshalb vor allem für längeres Musikhören und Situationen eignen, in denen es wichtig ist, gleichzeitig das Geschehen in der Umgebung wahrzunehmen. Die offenere Bauweise kann beispielsweise beim Laufen oder beim Gehen durch die Stadt praktisch sein, wenn der Nutzer nicht vollständig von den Umgebungsgeräuschen abgeschirmt sein möchte.
Auch bei der Entwicklung selbst soll der Hersteller auf den Tragekomfort geachtet haben. Samsung erklärt, bei der Entwicklung Daten zu verschiedenen Ohrformen und anschließende Simulationen genutzt zu haben, anhand derer die Anordnung von Lautsprecher und Akku optimiert wurde. Die Konstruktion soll eine größere Kontaktfläche besitzen, dank der sich der Druck gleichmäßiger verteilen soll. Die angepasste Flexibilität des Clips soll wiederum auch bei stärkeren Bewegungen für einen stabileren Sitz sorgen.
Interessant ist, dass Samsung mit diesem Modell die klassischen Galaxy-Buds-Ohrhörer nicht unbedingt ersetzen möchte. Der Hersteller sieht vor, dass Nutzer die klassischen In-Ear-Ohrhörer einsetzen können, wenn sie eine möglichst starke Abschirmung wünschen und sich auf die Musik konzentrieren möchten, während die Galaxy Buds On in Situationen zum Einsatz kommen sollen, in denen es sinnvoller ist, auch die Umgebung wahrzunehmen.
Die offene Bauweise der Ohrhörer wirft natürlich die Frage nach der Klangqualität auf. Die Galaxy Buds On sollen deshalb mit der Technologie TwinBoost Speaker ausgestattet werden, die vor allem bei der Wiedergabe tiefer Frequenzen helfen soll. Samsung nennt außerdem eine automatische Lautstärkeregelung, die die Wiedergabelautstärke an die Umgebung anpassen soll. Aufmerksamkeit verdient auch die Technologie Audio Leakage Reduction.
Sie soll die Schallabgabe der Ohrhörer an die Umgebung verringern, was laut Hersteller beispielsweise in einem Café, einer Bibliothek oder an einem anderen öffentlichen Ort nützlich sein könnte. Samsung bezeichnet dies zugleich als den ersten Einsatz dieser Technologie in seinen Ohrhörern. Wie sich die offene Konstruktion bei der Wiedergabequalität unter realen Bedingungen schlägt, wird sich allerdings erst im tatsächlichen Gebrauch zeigen.
Für die Rechenleistung soll die Snapdragon S7 Gen 1 Sound Platform sorgen, ergänzt durch einen energieeffizienten Class-D-Verstärker. Laut Samsung könnte das Ergebnis eine Akkulaufzeit von bis zu 9,5 Stunden mit einer einzigen Ladung bei ununterbrochener Musikwiedergabe sein. Dabei handelt es sich jedoch um eine Herstellerangabe, sodass die tatsächliche Akkulaufzeit von der Art der Nutzung abhängen wird.
Die Galaxy Buds On sollen nicht ausschließlich auf die Bedienung über das Telefon angewiesen sein. Auf der Rückseite befindet sich eine Touchfläche, über die sich beispielsweise die Musikwiedergabe oder Telefonanrufe steuern lassen sollen. Samsung behält damit die Möglichkeit einer grundlegenden Bedienung direkt an den Ohrhörern bei, was besonders beim Sport oder bei anderen Tätigkeiten praktisch sein kann, bei denen der Griff zum Telefon umständlich ist.
Das neue Modell soll zugleich eng mit Galaxy-Smartphones und -Tablets verknüpft sein, die Galaxy AI unterstützen. Nach dem Öffnen des Ladecases sollen sich die Ohrhörer automatisch mit einem kompatiblen Gerät verbinden. Die Einstellungen für Lautstärke oder Equalizer sollen anschließend direkt in den Telefoneinstellungen und im Schnellzugriff verfügbar sein, ohne dass die separate App Galaxy Wearable installiert werden muss.
Die Bedienung soll auch mithilfe von Kopfbewegungen möglich sein. Die Funktion Head Gestures soll beispielsweise ermöglichen, einen Anruf durch Nicken oder Kopfschütteln anzunehmen beziehungsweise zu beenden. Laut Hersteller soll es auf diese Weise auch möglich sein, bestimmte Benachrichtigungen zu bedienen oder einen Alarm auszuschalten. Die Funktion könnte sich daher vor allem in Situationen als nützlich erweisen, in denen die Bedienung mit den Händen umständlich ist.
Auch Funktionen rund um künstliche Intelligenz sollen einen wesentlichen Teil der Ausstattung ausmachen. Samsung erklärt, dass nach der Verbindung der Galaxy Buds On mit einem kompatiblen Smartphone oder Tablet verschiedene Sprachfunktionen genutzt werden können, ohne das Gerät mit den Händen bedienen zu müssen. Eine davon soll Gemini Live sein. Nutzer sollen per Sprachbefehl eine Live-Unterhaltung mit Gemini starten und anschließend Fragen stellen oder gewünschte Aufgaben erteilen können. Praktisch kann diese Funktion beispielsweise dann sein, wenn beide Hände beschäftigt sind und das Telefon nicht leicht erreichbar ist.
Samsung berücksichtigt auch Sprachnotizen. Durch langes Berühren der Touchfläche sollen die Galaxy Buds On den sofortigen Start einer Aufnahme ermöglichen. Die Aufzeichnung soll sich anschließend über Bixby suchen lassen, ohne dass der Nutzer das Telefon zunächst aus der Tasche holen muss. Die Funktion wird allerdings ein kompatibles Gerät mit Unterstützung für Galaxy AI und die entsprechenden Apps voraussetzen.
Der Hersteller hat sich auch auf die Qualität von Telefonanrufen konzentriert. Die Galaxy Buds On sollen die Technologie Intelligent Clear Call nutzen, die wir bereits von früheren Galaxy-Buds-Modellen kennen. Zur Verfügung stehen sollen drei Mikrofone, ein Sensor, der die beim Sprechen entstehenden Vibrationen erfasst, sowie Algorithmen für maschinelles Lernen.
Diese Kombination soll helfen, die Stimme des Nutzers von den Umgebungsgeräuschen zu trennen. Samsung nennt als Beispiele starken Wind im Freien oder das Geräusch eines Staubsaugers zu Hause. Der Hersteller verspricht damit eine klarere Sprachübertragung auch unter anspruchsvolleren Bedingungen. Wie wirksam die Unterdrückung von Umgebungsgeräuschen bei Telefonaten tatsächlich ist, wird sich allerdings erst in der Praxis beurteilen lassen.
Samsung schlägt mit den Galaxy Buds On einen Weg ein, der sich deutlich von den bisherigen Modellen unterscheidet. Ob sich dieser Ansatz auch im alltäglichen Gebrauch bewährt, werden aber erst die Erfahrungen mit dem neuen Modell zeigen. Ein Termin für die Markteinführung in Deutschland ist bislang nicht bestätigt. Samsung plant, die Ohrhörer zunächst am 27. Oktober 2026 in Südkorea anzubieten.