• Autor: Jozef Kišantal
Das Unternehmen HMD erweitert unter der Marke Nokia sein Angebot an klassischen Klapphandys. Das Nokia 2360 Flip ist ein neues, einfaches Tastentelefon, das vor allem auf den Markt der Seniorenhandys abzielt, sich aber beispielsweise auch gut als erstes Handy für Kinder eignet. Die wichtigste Neuerung ist die Fernsteuerung: Die SOS-Taste, den Schulmodus und weitere Funktionen kann die Familie über ihr Smartphone mit einer einfachen SMS einstellen.
Die größte Neuerung beim Nokia 2360 Flip Smartphone ist nicht die Hardware selbst, sondern die Art und Weise, wie sich jemand anderes darum kümmern kann. Es arbeitet nämlich mit der kostenlosen App „Family Assist“ zusammen, die ein Familienmitglied auf seinem Handy mit Android oder auf einem iPhone installiert. Von dort aus kann er dann Kontakte hinzufügen, Erinnerungen einrichten, die Lautstärke ändern oder die Einstellungen der SOS-Taste anpassen.
Die gesamte Kommunikation erfolgt dabei per SMS, sodass das Nokia 2360 Flip weder einen Datentarif noch eine Internetverbindung benötigt und eine gewöhnliche SIM-Karte ausreicht. Für Nachrichten, die vom steuernden Handy gesendet werden, fallen je nach Tarif Gebühren an, bei Flatrates mit unbegrenzten SMS ist dies jedoch kostenlos. Die Großmutter muss also keine komplizierten Einstellungen vornehmen; ihr Enkel kann ihr beispielsweise ganz einfach vom anderen Ende des Landes aus einen neuen Kontakt hinzufügen.
Zu den Tastenhandys für Senioren gehört auf jeden Fall eine Notruftaste, und das Nokia 2360 Flip verfügt ebenfalls darüber. Man muss sie nur etwa drei Sekunden lang gedrückt halten, und das Handy wählt eine zuvor festgelegte Nummer. Gleichzeitig versendet es eine SMS an bis zu fünf ausgewählte Kontakte, sodass mehrere Personen gleichzeitig über das Problem informiert werden – ganz gleich, ob der erste von ihnen den Anruf gerade annimmt oder nicht.
An wen die Nachrichten gesendet werden und welche Nummer zuerst gewählt wird, lässt sich direkt am Klapphandy oder aus der Ferne über Family Assist einstellen. Familien, in denen sich mehrere Personen um einen Senior kümmern, können sich so die Betreuung aufteilen. Man muss jedoch berücksichtigen, dass das Nokia 2360 Flip nur private Kontakte anruft und die Notrufnummer 112 nicht ersetzt. Es übermittelt keinen Standort über GPS, wie es manche Seniorenhandys können.
Das Nokia 2360 Flip richtet sich nicht nur an Senioren. Die Kindersicherung ist direkt im System integriert, und für ihre Einrichtung ist keine App erforderlich. Alles wird durch eine Familien-PIN geschützt, sodass das Kind die Einschränkungen nicht selbst deaktivieren kann. Die Eltern können einzelne Funktionen sperren, zum Beispiel die Kamera, Spiele, den Musikplayer oder das FM-Radio.
Nützlich ist auch die Liste der zugelassenen Nummern. Das Handy nimmt dann nur Anrufe und SMS von genehmigten Kontakten entgegen, und das Kind ruft ebenfalls nur aus dieser Liste an, sodass lästige Anrufe von unbekannten Nummern entfallen. Eine dritte Funktion ist der Schulmodus, der auf dem Klapphandy nur die Uhr und Notrufe zulässt. So stört das Handy in der Schule nicht, und im Notfall kann das Kind seine Eltern trotzdem erreichen.
Vom Design her handelt es sich um ein klassisches Klapphandy mit großen Tasten – ein Anruf wird durch Aufklappen angenommen und durch Zuklappen beendet. Im Inneren befindet sich ein 2,8-Zoll-Display mit QVGA-Auflösung, das nicht berührungsempfindlich ist. Das Menü verwendet große Symbole und eine gut lesbare Schrift.
Auf der Außenseite befindet sich ein 1,77-Zoll-Display, auf dem die Uhrzeit und der Name des Anrufers angezeigt werden. Das Nokia 2360 Flip verfügt außerdem über einen Lautsprecher und unterstützt Hörgeräte (HAC). Es wird von einem austauschbaren 1.450-mAh-Akku gespeist, mit dem das Nokia bis zu 15 Tage im Standby-Modus und bis zu 27,5 Stunden Gesprächszeit durchhalten soll. Das Aufladen erfolgt über USB-C und es gibt auch eine 3,5-mm-Buchse.
Das Series-30+-System kommt mit 4 MB Speicher aus, für Fotos der QVGA-Kamera mit LED-Blitz empfiehlt sich jedoch eine microSD-Karte mit bis zu 32 GB. Das Gehäuse verfügt über die Schutzklasse IP54 und wiegt 121 g. Zur Auswahl stehen die Farben Dunkelgrau, Weinrot und Blaugrün.
Das Nokia 2360 Flip Handy funktioniert nur im 2G-Netz (GSM 900/1800 MHz) und unterstützt zwei SIM-Karten im größeren Mini-SIM-Format. Für Anrufe und SMS reicht das hierzulande noch aus. Das 3G-Netz haben die Netzbetreiber bereits im Jahr 2021 abgeschaltet, 2G läuft jedoch weiter und deckt praktisch das gesamte Land ab, einschließlich der Orte, an denen 4G schwächer ist.
Die Betreiber müssen das 2G-Netz aktuell mindestens bis zum 30. Juni 2028 betreiben. Ein konkretes Datum für die Abschaltung wurde bislang noch nicht bekannt gegeben, und die Betreiber müssen die Änderung mindestens sechs Monate im Voraus ankündigen. Bis Mitte 2028 wird das Nokia 2360 Flip also zuverlässig funktionieren, was danach kommt, ist jedoch ungewiss. Wer langfristig auf Nummer sicher gehen möchte, sollte sich für ein Klapphandy mit 4G und VoLTE entscheiden.
Im Vergleich zu seinem Vorgänger, dem Nokia 2660 Flip, bietet das Nokia 2360 Flip nun Fernverwaltung, Kindersicherung, USB-C und eine längere Gesprächszeit. Das ältere Modell unterstützt jedoch 4G und Bluetooth, was das neue Modell nicht kann.
Von der Konkurrenz wird für einen ähnlichen Preis das Aligator V650 angeboten, das über zwei Displays sowie eine SOS-Taste verfügt und ebenso wie das Nokia-Handy nur im 2G-Netz funktioniert. Das Mobiola MB4600 4G bietet hingegen 4G mit VoLTE und ein größeres Display, jedoch ohne SOS-Taste.
| Parameter | Nokia 2360 Flip | Nokia 2660 Flip | Aligator V650 | Mobiola MB4600 4G |
|---|---|---|---|---|
| Netz | 2G | 4G | 2G | 4G, VoLTE |
| Displays | 2,8" + 1,77" | 2,8" + 1,77" | 2,4" + 1,44" | 3,2" + 1,77" |
| Akku | 1 450 mAh | 1 450 mAh | 1 000 mAh | 1 400 mAh |
| Kamera | QVGA | 0,3 Mpx | 1,3 Mpx | 2 Mpx |
| SOS-Taste | ✓ | ✓ | ✓ | ✕ |
| Bluetooth | ✕ | ✓ | ✓ | ✓ |
| Anschluss | USB-C | Micro USB | USB-C | USB-C |
| Gewicht | 121 g | 123 g | 95 g | 124 g |
| Preis | 53 Euro* | auf Alza nicht verfügbar | 61 Euro** | 83 Euro** |
Der empfohlene Verkaufspreis des Nokia 2360 Flip beträgt etwa 53 Euro*. HMD hat bislang noch nicht bekannt gegeben, wann das Gerät in den Verkauf kommt, und bei Alza ist es noch nicht im Angebot. Im Lieferumfang sind neben dem Handy auch ein Akku, ein Ladegerät und ein USB-C-Kabel enthalten.
| Nokia 2360 Flip – Technische Daten | |
|---|---|
| Innen-Display | 2,8" QVGA (320 × 240 px), nicht berührungsempfindlich |
| Außen-Display | 1,77" QQVGA (160 × 128 px), Anzeige des Anrufers |
| Netz | nur 2G (GSM 900/1800 MHz) |
| SIM | Dual SIM, mini SIM |
| Speicher | 4 MB RAM, 4 MB Speicherplatz, microSD bis zu 32 GB |
| Kamera | QVGA mit LED-Blitz |
| Akku | 1.450 mAh, austauschbar, bis zu 15 Tage Standby, bis zu 27,5 Stunden Gesprächszeit |
| Anschlüsse | USB-C, 3,5mm-Buchse |
| Funktionen | SOS-Taste, Family Assist, Kindersicherung, FM-Radio, Unterstützung für Hörgeräte (HAC) |
| Schutzart | IP54*** |
| Betriebssystem | Series 30+ |
| Abmessungen und Gewicht | 111,85 × 55,56 × 18,95 mm, 121 g |
| Farben | dunkelgrau, weinrot, blaugrün |
| Preis | 53 Euro* |
* Unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers. ** Aktuelle Preise bei Alza, gültig am 2. November 2026. *** Staub- und spritzwassergeschützt; das Mobiltelefon ist nicht zum Eintauchen in Wasser vorgesehen.
Das Nokia 2360 Flip eignet sich vor allem für diejenigen, die das Handy eines Angehörigen aus der Ferne einrichten und überwachen möchten. Typischerweise handelt es sich dabei um Senioren, denen ihre Kinder Kontakte hinzufügen und Notrufe einrichten, oder um Schulkinder, deren Eltern genau wissen möchten, wer sie anrufen darf. Den Standort des Kindes zeigt das Klapphandy jedoch nicht an – das können beispielsweise Smartwatches für Kinder mit GPS.
Für Anrufe, SMS und Notfälle reicht die Ausstattung aus, doch das Nokia 2360 Flip lässt sich nicht mit drahtlosen Kopfhörern verbinden und bietet keinerlei Internetverbindung. Das größte Fragezeichen ist das 2G-Netz. Bis Mitte 2028 ist dessen Verfügbarkeit gesichert, danach hängt es von den Netzbetreibern ab.
Zum empfohlenen Preis von 53 Euro* handelt es sich also um ein einfaches Handy für ein paar Jahre für Familien, die die Betreuung eines Angehörigen auch aus der Ferne im Blick behalten möchten. Wer das Klapphandy jedoch langfristig nutzen oder Kopfhörer über Bluetooth anschließen möchte, ist mit einem 4G-Modell besser beraten.