• Autor: Jozef Kišantal
Motorola hat in seiner Edge-70-Reihe bereits fünf Modelle im Angebot, vom schlanken Edge 70 über Fusion und Fusion Power bis hin zu Pro und Max. Das sechste Modell soll das Neo werden, dessen Markteinführung in Indien der Hersteller auf der IFA im September bestätigte. Indische Webseiten bringen damit auch einen geheimnisvollen Teaser von Motorola aus dem September in Verbindung. Den Leaks von Ende Oktober zufolge wird es ein völlig anderes Smartphone als das kompakte Edge 60 Neo: Display und Akku sollen größer werden, dafür soll es weniger Kameras geben. Wir haben zusammengefasst, was bisher bekannt ist.
Das Edge 60 Neo gehörte zu den kleineren Smartphones auf dem Markt – es besaß ein 6,36" großes Display und wog 174,5 Gramm. Das Motorola Edge 70 Neo scheint jedoch den entgegengesetzten Weg einzuschlagen und soll ein großes 6,78"-Display erhalten. Die Dicke soll 8,49 mm und das Gewicht 204 g betragen. Damit wäre es 11 g schwerer als das Edge 70 Fusion Power, das über einen gleich großen Akku verfügt.
Es soll in vier Pantone-Farben erhältlich sein: Mountain View, Milky Blue, Sage und Gray Lilac. Der Schutz soll von IP68 und IP69 auf IP64 sinken. Damit würde das Smartphone zwar Regen standhalten, ein Untertauchen in Wasser jedoch nicht mehr.
Wie das Edge 70 Neo letztlich aussehen wird, ist allerdings noch nicht ganz sicher. Im August durchgesickerte Renderbilder zeigten nämlich ein flaches Display mit schmalen Rändern und einer mittig angeordneten Aussparung für die Selfie-Kamera. Auf der Rückseite war ein erhöhtes, quadratisches Kameramodul mit drei Kameras und der Aufschrift „200 Mpx“ zu sehen. Daher wurde spekuliert, dass es sich um ein mit dem Motorola Edge 2026 verwandtes Smartphone handelt.
Indischen Webseiten zufolge soll es sich um ein AMOLED-Display mit einer Auflösung von 1.272 × 2.772 Pixeln, also 1,5K, und einer Bildwiederholfrequenz von 144 Hz handeln, das durch Gorilla Glass 7i geschützt werden soll. Das bietet auch das Fusion Power, dessen Display eine Spitzenhelligkeit von bis zu 5.200 Nits erreicht. Ob das Neo jedoch dasselbe Panel bekommt, ist bislang nicht bekannt.
Für Besitzer des Edge 60 Neo wäre das eine spürbare Veränderung. Der größere Bildschirm eignet sich besser für Videos und Spiele, erschwert jedoch die einhändige Bedienung. Wer sich bisher gerade wegen der kompakten Abmessungen für ein Neo-Modell entschieden hat, wird sich anderswo umsehen müssen.
Statt des MediaTek Dimensity 7400 aus dem Edge 60 Neo soll das neue Modell den Snapdragon 7s Gen 3 erhalten, den Motorola auch im Edge 70 Fusion und Fusion Power einsetzt. Auf diesen Chip deutet auch ein früherer Test in der Geekbench-Datenbank hin, bei dem das Smartphone mit 6 GB RAM auftauchte. Es handelt sich um einen bewährten Mittelklasse-Chip, der alltägliche Anwendungen und auch Spiele mit reduzierten Grafikeinstellungen bewältigt. Der Leistungssprung gegenüber dem Vorgänger dürfte daher nicht besonders groß ausfallen.
Inoffiziell ist von 6 oder 8 GB LPDDR5X-Arbeitsspeicher und 128 oder 256 GB UFS-3.1-Speicher die Rede. Das Smartphone soll mit Android 16 auf den Markt kommen und vier große Betriebssystem-Updates sowie fünf Jahre lang Sicherheitspatches erhalten. Das wäre in dieser Preisklasse überdurchschnittlich. Noch vor der offiziellen Bestätigung tauchte die Bezeichnung Edge 70 Neo auch in einem Aufruf zum Betatest von Android 17 im Motorola-Forum auf.
Die Hauptkamera soll einen 50-Mpx-Sensor vom Typ Sony LYTIA 710 mit einer Blende von f/1,8 besitzen. Den gleichen Sensor mit optischer Bildstabilisierung verwendet auch das Edge 70 Fusion Power, sodass das Edge 70 Neo eine ähnliche Fotoqualität erreichen könnte. Als zweite Kamera soll allerdings lediglich eine 2-Mpx-Makrokamera dienen.
Im Vergleich zum Edge 60 Neo wäre das ein Rückschritt. Der Vorgänger besaß neben der Hauptkamera auch eine 13-Mpx-Ultraweitwinkelkamera und ein 10-Mpx-Teleobjektiv mit dreifachem Zoom, was in dieser Preisklasse keine Selbstverständlichkeit war. Die Selfie-Kamera soll eine Auflösung von 32 Mpx bieten. Die drei Kameras und die Aufschrift „200 Mpx“ aus den Renderbildern vom August werden durch die jüngsten Leaks nicht bestätigt.
Die größte Attraktion des Motorola Edge 70 Neo soll sein 7.000-mAh-Akku werden. Im Vergleich zum Vorgänger Edge 60 Neo mit 5.000 mAh wäre das eine deutliche Steigerung, die sich auch bei der Akkulaufzeit bemerkbar machen dürfte. Der größere Akku ist offenbar der Hauptgrund für das größere und schwerere Gehäuse.
Die Ladeleistung soll 45 W betragen, während sowohl das Edge 60 Neo als auch das Edge 70 Fusion Power 68 W unterstützen. Dadurch würde das Aufladen selbst mit einem Schnellladegerät länger dauern. Von kabellosem Laden, das der Vorgänger unterstützte, war bisher überhaupt keine Rede.
Vergleicht man die geleakten technischen Daten des Edge 70 Neo mit dem Angebot bei Alza, ähnelt es am stärksten dem Edge 70 Fusion Power. Dieses bietet jedoch eine Ultraweitwinkelkamera, schnelleres Laden und einen besseren Schutz. Über die gleichen Kameras, das gleiche Display und den gleichen Akku verfügt das Edge 70 Fusion, das aktuell allerdings etwas teurer ist.
Gegenüber dem Edge 60 Neo verbessert sich das neue Modell beim Display und beim Akku, verliert jedoch bei den Kameras und den kompakten Abmessungen. Zu den preislich vergleichbaren Konkurrenzmodellen gehören beispielsweise das Samsung Galaxy A37 5G oder das POCO X8 Pro.
| Merkmal | Edge 70 Neo (Spekulation) | Edge 60 Neo | Edge 70 Fusion Power | Edge 70 Fusion |
|---|---|---|---|---|
| Display | 6,78" OLED, 144 Hz | 6,36" pOLED, 120 Hz | 6,78" OLED, 144 Hz | 6,78" OLED, 144 Hz |
| Chip | Snapdragon 7s Gen 3 | Dimensity 7400 | Snapdragon 7s Gen 3 | Snapdragon 7s Gen 3 |
| Kameras | 50 + 2 Mpx | 50 + 13 + 10 Mpx (3×) | 50 + 13 Mpx | 50 + 13 Mpx |
| Akku | 7.000 mAh | 5.000 mAh | 7.000 mAh | 7.000 mAh |
| Laden | 45 W | 68 W + 15 W kabellos | 68 W | 68 W |
| Schutzklasse | IP64 | IP68 / IP69 | IP68 / IP69 | IP68 / IP69 |
| Preis | ca. 370–410 €* | 369,99 €** (derzeit nicht verfügbar) | 359,99 €** | 385,99 €** |
* Schätzung, der offizielle Preis wurde noch nicht bekannt gegeben. ** Preise bei Alza, Stand: 5.11.2026.
Ein genaues Vorstellungsdatum hat Motorola bisher nicht bekannt gegeben. Auf der IFA erklärte das Unternehmen lediglich, dass das Smartphone „in den kommenden Monaten“ nach Indien kommen werde. Indische Webseiten spekulieren dabei über einen Marktstart Anfang November. Mitte September veröffentlichte Motorola India auf der Plattform X einen Teaser im Disco-Stil mit dem Slogan „A little disco, a little mystery“. Der Name des Geräts wurde darin nicht genannt. Dass es sich um das Edge 70 Neo handelt, ist bislang lediglich eine Vermutung indischer Medien.
Ob das Smartphone auch nach Europa kommt, ist noch unklar – sein Vorgänger wurde hierzulande allerdings verkauft.
Der offizielle Preis ist noch nicht bekannt. Indische Webseiten gehen von 35.000 bis 40.000 Rupien aus. Umgerechnet und unter Berücksichtigung der üblicherweise höheren europäischen Preise rechnen wir daher mit etwa 370 bis 410 €*. Damit läge das Smartphone ungefähr in der Preisklasse des Edge 70 Fusion Power, das bei Alza derzeit 359,99 € kostet und mehr bietet. Damit das Edge 70 Neo eine sinnvolle Alternative darstellt, sollte sein europäischer Preis daher eher niedriger ausfallen.
| Motorola Edge 70 Neo – geleakte technische Daten | |
|---|---|
| Display | 6,78" OLED, 1.272 × 2.772 px (1,5K), 144 Hz, Gorilla Glass 7i |
| Chip | Qualcomm Snapdragon 7s Gen 3 |
| Speicher | 6 oder 8 GB LPDDR5X, 128 oder 256 GB UFS 3.1 |
| Rückkameras | 50 Mpx Sony LYTIA 710 (f/1,8) + 2 Mpx Makro |
| Frontkamera | 32 Mpx |
| Akku | 7.000 mAh, 45 W Ladeleistung |
| Schutzklasse | IP64 |
| Dicke und Gewicht | 8,49 mm, 204 g |
| Betriebssystem | Android 16, 4 große Betriebssystem-Updates, 5 Jahre Sicherheitspatches |
| Farben | Mountain View, Milky Blue, Sage, Gray Lilac |
| Preis | schätzungsweise ca. 370–410 €* |
* Schätzung der Redaktion auf Grundlage der in Indien genannten Preise; ein offizieller Preis wurde noch nicht bekannt gegeben.
Wenn sich die jüngsten Leaks bestätigen, wird das Motorola Edge 70 Neo kein Nachfolger des kompakten Edge 60 Neo im eigentlichen Sinne sein. Vielmehr wäre es ein Schwestermodell des Fusion Power mit demselben Display, Chip und Akku, allerdings mit schwächeren Kameras, langsamerem Laden und geringerem Schutz.
Es eignet sich für alle, die ein großes Display, einen ausdauernden Akku und eine lange Softwareunterstützung zu einem möglichst niedrigen Preis suchen. Wer ein kleineres Smartphone oder ein Teleobjektiv möchte, sollte sich nach den verbliebenen Exemplaren des Edge 60 Neo oder einem anderen kompakteren Modell umsehen. Ob sich das Edge 70 Neo lohnt, wird vor allem sein Preis im Vergleich zum Fusion Power entscheiden.