• Autor: Jozef Kišantal
Die Smart-Band-Reihe zählt zu den beliebtesten günstigen Fitness-Trackern, weshalb jede neue Generation aufmerksam verfolgt wird. Auf den ersten Blick sieht das Xiaomi Smart Band 11 wie sein Vorgänger aus, doch die Änderungen zeigen sich dort, wo man sie im Alltag spürt: Das Gehäuse ist um 9 % dünner, das Display bietet eine höhere Spitzenhelligkeit, das Armband setzt tiefer an und in Europa ist das Band auch in einer Version mit NFC erhältlich. Was leistet das neue Fitnessarmband, wodurch unterscheidet es sich vom Smart Band 10 und wie schlägt es sich im Vergleich zu anderen Fitness-Trackern?
Die größte Veränderung gegenüber dem Vorjahresmodell betrifft die Gehäusedicke. Das Smart Band 11 misst 47,44 × 23,66 × 9,99 mm, während das Smart Band 10 noch 10,95 mm dick war. Der neue Tracker ist damit rund 9 % schlanker geworden, wozu laut Xiaomi ein neuer Graphit-Akku mit höherer Energiedichte beigetragen hat. Das Gewicht ohne Armband sank auf 15,58 g, die NFC-Version wiegt 16 g. Der Rahmen besteht wie bisher aus einer Aluminiumlegierung und das Band wird in den Farben Midnight Black, Glacier Silver und Mystic Rose angeboten.
Xiaomi hat zudem den Schnellwechselmechanismus des Armbands tiefer platziert. Der dreieckige Spalt zwischen Gehäuse und Band wurde um 10 % verkleinert, wodurch das Band noch besser am Handgelenk anliegen soll. Das neue Armband aus TPU und Fluorkautschuk besitzt eine strukturierte Oberfläche, die beim ganztägigen Tragen Wärme und Schweiß besser ableiten soll. Es passt für Handgelenkumfänge von 135 bis 210 mm.
Neben den Standardfarben hat der Hersteller auch eine Ceramic Edition in Perlweiß mit Keramikrahmen und Fluorkautschuk-Armband vorgestellt. Sie wiegt ohne Armband 21,45 g. Im regulären europäischen Sortiment von Xiaomi wird diese Variante derzeit jedoch noch nicht geführt.
Das Display behält die gleichen Abmessungen wie beim Vorgänger. Es handelt sich um ein 1,72" großes AMOLED-Panel mit einer Auflösung von 212 × 520 Pixeln und einer Bildwiederholrate von 60 Hz. Die Displayränder sind symmetrisch gehalten und 2 mm breit. Neu ist eine Spitzenhelligkeit von bis zu 2.000 Nits, die die Ablesbarkeit bei direktem Sonnenlicht spürbar verbessert. Die ganzflächige Helligkeit im HBM-Modus bleibt unverändert bei 1.500 Nits, genau wie beim Smart Band 10.
Das Erscheinungsbild lässt sich über eine große Auswahl an vorinstallierten Zifferblättern individualisieren; zudem bietet das Band einen Always-On-Display-Modus. Dieser reduziert laut Herstellerangaben die Akkulaufzeit allerdings auf rund sechs Tage.
Auf der Unterseite arbeitet ein verbesserter optischer Sensor mit zwei LEDs und zwei Fotodioden. In Kombination mit einem neuen Algorithmus von Xiaomi soll er den Puls präziser erfassen als bisher. Das Band misst die Herzfrequenz rund um die Uhr und warnt vor ungewöhnlichen Werten. Zudem bietet es eine ganztägige Blutsauerstoffmessung (SpO2) mit Warnung bei niedrigen Werten, Stress-Tracking mit Entspannungserinnerungen sowie eine Protokollierung des Menstruationszyklus. Der Hersteller betont, dass es sich hierbei nicht um ein Medizinprodukt handelt.
Eine Neuerung auf Softwareebene ist der Schlafassistent. Anhand langfristiger Schlafdaten sowie täglicher Aufzeichnungen zu Bewegung, Ernährung oder Trainings versucht das System zu ermitteln, welche Faktoren die Schlafqualität verbessern oder verschlechtern, und spricht darauf abgestimmte Empfehlungen aus. Ein Teil der Daten kann auch manuell ergänzt werden.
Das Smart Band 11 bietet mehr als 150 Sportmodi. Es ist wasserdicht bis 5 ATM, eignet sich somit für das Schwimmen im Pool sowie andere Aktivitäten im seichten Wasser und erfasst die Herzfrequenz auch unter Wasser. Für die Sauna, heiße Duschen oder zum Tauchen ist das Gerät jedoch nicht vorgesehen.
Eine praktische Funktion für Radfahrer ist die Übertragung der Herzfrequenz via Bluetooth. Das Band kann den aktuellen Puls an kompatible Fahrradcomputer oder Trainings-Apps senden, die das BLE-Protokoll unterstützen. Ein eigenes GPS-Modul besitzt das Band nicht. Wer seine Strecke präzise aufzeichnen möchte, benötigt das Smartphone. Die Sensorausstattung wird durch einen Beschleunigungsmesser, ein Gyroskop, einen elektronischen Kompass sowie einen Umgebungslichtsensor abgerundet.
Die Akkukapazität verbleibt bei 233 mAh, die Laufzeit hat sich durch den schlankeren Graphit-Akku jedoch nicht verkürzt. Xiaomi gibt bis zu 21 Tage bei sparsamer Nutzung an, etwa 10 Tage bei typischer Nutzung mit ganztägiger Pulsmessung, SpO2-, Stress- und Schlafüberwachung sowie rund 6 Tage bei aktiviertem Always-On-Display. Aufgeladen wird über ein magnetisches Ladekabel; eine vollständige Ladung dauert etwa 90 Minuten. Das ist etwas länger als beim Smart Band 10, das nach rund einer Stunde wieder voll einsatzbereit war.
Das Band wird über die App Mi Fitness mit Smartphones ab Android 8.0 bzw. iOS 14.0 gekoppelt und verbindet sich über Bluetooth 5.4. Neu ist die Fähigkeit, Benachrichtigungen von zwei Geräten gleichzeitig zu empfangen – konkret von einem iPhone und einem Xiaomi-Smartphone mit HyperOS 3 oder neuer. Beide Telefone müssen mit demselben Xiaomi-Konto angemeldet sein, und auf dem iPhone wird die App Xiaomi Interconnectivity benötigt.
Darüber hinaus fungiert das Band weiterhin als Fernauslöser für die iPhone-Kamera und erlaubt neu das Blättern in Kurzvideos, E-Books oder Präsentationen. Auf dem europäischen Markt wird das Smart Band 11 auch in einer Version mit NFC angeboten. Mit welchen Banken und Zahlungsdiensten kontaktlose Zahlungen in Deutschland kompatibel sein werden, wird vom Hersteller im Detail noch festgelegt.
Neben dem regulären Modell bietet Xiaomi auch das günstigere Smart Band 11 Active mit LCD-Display an. Die folgende Tabelle veranschaulicht die Unterschiede zum Smart Band 11 sowie zum Vorgängermodell.
| Parameter | Xiaomi Smart Band 11 | Xiaomi Smart Band 10 | Xiaomi Smart Band 11 Active |
|---|---|---|---|
| Display | 1,72" AMOLED, 212 × 520 px, 60 Hz | 1,72" AMOLED, 212 × 520 px, 60 Hz | 1,47" TFT, 172 × 320 px |
| Helligkeit | HBM 1.500 Nits, Spitze bis zu 2.000 Nits | HBM 1.500 Nits | keine Angabe |
| Abmessungen | 47,44 × 23,66 × 9,99 mm | 46,57 × 22,54 × 10,95 mm | 43,5 × 25,8 × 10,2 mm |
| Gewicht (ohne Armband) | 15,58 g (NFC 16 g) | 15,95 g | 18 g |
| Rahmen | Aluminiumlegierung (Ceramic Edition: Keramik) | Aluminiumlegierung (Ceramic Edition: Keramik) | Kunststoff |
| Akku | 233 mAh | 233 mAh | 300 mAh |
| Laufzeit (leichte / typische Nutzung) | 21 / 10 Tage | bis zu 21 Tage | 21 / 8 Tage |
| Ladezeit | rund 90 Minuten | rund 1 Stunde | keine Angabe |
| Sportmodi | 150+ | 150+ | 50+ |
| Wasserdichtigkeit | 5 ATM | 5 ATM | 5 ATM |
| Bluetooth | 5.4 | 5.4 | 5.3 |
| NFC | in der Version Smart Band 11 NFC | in Europa nein | nein |
| GPS | nein | nein | nein |
Parameter gemäß Herstellerangaben.
In China ist das Smart Band 11 im September 2026 gestartet. In Europa führt Xiaomi das Modell unter anderem im offiziellen spanischen Store, wo die Basisversion für 59,99 € und die Version mit NFC für 79,99 € gelistet sind. Beide Varianten sind in drei Farben verfügbar. Für den deutschen Markt liegt die offizielle Preisempfehlung entsprechend bei 59,99 € für das Standardmodell und 79,99 € für das Modell mit NFC, wobei Straßenpreise im Handel erfahrungsgemäß etwas darunter liegen können (ca. 53 bis 62 €* bzw. 74 bis 82 €*).
| Variante | Offizieller Preis in Spanien | Voraussichtlicher Preis in Deutschland* |
|---|---|---|
| Xiaomi Smart Band 11 | 59,99 € | 53 bis 62 € |
| Xiaomi Smart Band 11 NFC | 79,99 € | 74 bis 82 € |
* Geschätzter Marktpreis – basierend auf den UVP-Preisen im offiziellen Xiaomi-Store in Spanien zum 27. 10. 2026 sowie Erfahrungswerten vorangegangener Generationen im hiesigen Online-Handel.
Bei Alza ist das Smart Band 11 derzeit noch nicht gelistet. Wer nicht warten möchte, kann zum preisgünstigeren Xiaomi Smart Band 11 Active für ca. 29 €** greifen oder zum Xiaomi Smart Band 10 Pro mit größerem Display ab ca. 78 €**.
Aus dem Wettbewerbsumfeld kommt beispielsweise das Huawei Band 11 mit 1,62"-AMOLED-Display für ca. 53 €** infrage.
** Preise bei Alza gültig zum 27. 10. 2026 (umgerechnet aus CZK).
Das Smart Band 11 stellt keine Revolution dar – und beabsichtigt dies auch nicht. Das Display besitzt die gleiche Diagonale und Auflösung, der Akku dieselbe Kapazität und die Kernfunktionen bleiben vertraut. Die Neuerungen zielen vor allem auf das Tragegefühl ab: Ein dünneres, leichteres Gehäuse, ein tiefer ansetzendes Band und atmungsaktiveres Material sind sinnvolle Verbesserungen für ein Gerät, das Tag und Nacht am Handgelenk getragen wird. Die höhere Spitzenhelligkeit erleichtert das Ablesen im Freien, und der überarbeitete Pulssensor verspricht mehr Messgenauigkeit.
Für den europäischen Markt ist insbesondere die NFC-Option von Bedeutung, die dem Vorjahresmodell fehlte. Ihr praktischer Nutzen hängt jedoch von den letztlich unterstützten Banken ab. Als Schwachpunkte bleiben das fehlende integrierte GPS und die etwas längere Ladezeit bestehen. Für Besitzer des Smart Band 10 lohnt sich das Upgrade kaum, für Nutzer älterer Generationen ist der Wechsel hingegen ein lohnenswerter Schritt.
Das Xiaomi Smart Band 11 baut auf dem bewährten Fundament seines Vorgängers auf und verfeinert vor allem den Tragekomfort: Es ist spürbar dünner, leichter und schmiegt sich besser an das Handgelenk an. Das bei Sonnenlicht besser ablesbare Display, der neue Sensor und bis zu 21 Tage Akkulaufzeit machen es zu einem verlässlichen Alltagsbegleiter rund um die Uhr. In Europa ist es nun auch mit NFC erhältlich, auf integriertes GPS muss man jedoch weiterhin verzichten. In der Eurozone startet es ab 59,99 €, im Handel ist mit Preisen ab etwa 53 bis 62 €* zu rechnen.