
Die Kategorie der Mittelklasse ist voll von interessanten Smartphones, die versuchen, mit den bestmöglichen Spezifikationen, minimalen Kompromissen und einem akzeptablen Preis zu überzeugen. Dieses Umfeld schreckt OnePlus jedoch keineswegs davon ab, bereits zum fünften Mal mit seinem Modell OnePlus Nord 5 zu glänzen. Dieses Jahr ist es mit einem 144Hz-Display, dem Snapdragon 8s Gen 3 Prozessor, schnellem 80W-Laden und einem Duo gelungener Kameras ausgestattet. Was halten wir von diesem Gerät in unserem Test?
Wenn wir uns die letzten drei Generationen des OnePlus Nord ansehen, würde wohl kaum jemand vermuten, dass es sich um dieselbe Modellreihe handelt. Im Vergleich zur letztjährigen Generation, die durch eine experimentelle Metallrückseite und zwei aus einer glatten Fläche herausragende Linsen in der oberen Drittelzone auffiel, setzt OnePlus dieses Jahr auf ein konservativeres, minimalistisches und vielleicht sogar etwas langweiliges Design.
Auf der Vorderseite des Nord 5 finden wir wie im Vorjahr ein flaches Display, doch der Rest der Konstruktion hat sich verändert. Der kantige Rahmen des Smartphones besteht aus Kunststoff, wirkt aber sehr solide und angenehm, fast wie Metall. Das lässt sich von der Rückseite nicht behaupten, wo mattes Glas zum Einsatz kommt. Dieses sieht zwar hochwertig aus, ist jedoch rutschig, weshalb man vorsichtig sein oder eine Schutzhülle verwenden sollte.
Das Kameramodul ist dieses Jahr in die linke Ecke gewandert und das einzige dominante Element auf der Rückseite. Es ist pillenförmig und beherbergt unter einem Glas zwei Sensoren mit Blitz, alles eingefasst von einem recht breiten Rahmen.
Eine angenehme Überraschung: Auch wenn die Kamera wuchtig aussieht, ragt sie tatsächlich weniger stark heraus als bei anderen Herstellern, wodurch das Smartphone auf dem Tisch fast nicht wackelt. Leider hat Samsung dieses Jahr ein ähnliches Design für seine Galaxy A-Reihe gewählt, wodurch das Nord 5 an Originalität verliert. Und auch wenn man argumentieren könnte, dass es eine Rückkehr zum ursprünglichen OnePlus Nord sei, hatte das letztjährige Design mit Metallrückseite einfach etwas Besonderes.
Doch nicht nur das Aussehen hat sich geändert. Das Nord 5 hat nämlich den ikonischen Schalter für die Klingeltonmodi verloren, der durch die neue Aktionstaste Plus Key ersetzt wurde, die auffällig dem Action Button von Apple ähnelt. Wie dort lassen sich verschiedene Funktionen zuweisen, etwa Taschenlampe, Sprachrekorder, Kamera, Nicht-stören-Modus oder die Möglichkeit, einen Screenshot im „Gedankenraum“ zu speichern.
Aus praktischer Sicht ist die Taste wahrscheinlich besser. Wenn die erweiterte Funktionalität wirklich der Grund für die Änderung war, verstehe ich jedoch nicht, warum sich auf dem Plus Key keine Aktion für einen Doppelklick einstellen lässt, womit das volle Potenzial dieser Neuerung ausgeschöpft würde.
Das Nord 5 ist außerdem mit der Basiszertifizierung IP65 ausgestattet, was bedeutet, dass es staubdicht ist, aber nur eine geringe Wasserresistenz bietet. Es sollte theoretisch überstehen, wenn es versehentlich verschüttet wird, doch eine IP68-Zertifizierung hätten wir in dieser Preisklasse lieber gesehen. Wenn wir nämlich zum Konkurrenten Samsung A56 5G schauen, hat dieser immerhin die Schutzklasse IP67 erreicht.
Auch das Display ist nicht gleich geblieben wie im letzten Jahr. Auf der Vorderseite des OnePlus Nord 5 dominiert ein schönes 6,82“ AMOLED-Display mit einer Auflösung von 1.272 × 2.800 Pixeln und einer Pixeldichte von 450 ppi. Auch wenn diese Zahlen abstrakt wirken, bleibt die Tatsache, dass sich das Display des Nord 5 sehr angenehm nutzen lässt.
Mit einer Helligkeit von bis zu 1.800 Nits in der Spitze hatte das OnePlus Nord 5 auch in der Sonne keine Probleme und die Bildwiederholrate von bis zu 144 Hz, die in der Mittelklasse selten ist, ist das Sahnehäubchen beim Durchscrollen des Systems oder jeglicher Inhalte. Das Nutzungserlebnis wird zudem durch gleichmäßige und relativ dünne Ränder abgerundet.
Leider lässt sich das über den unter dem Display verbauten Fingerabdrucksensor nicht sagen. Er basiert nur auf optischer Technologie, was in dieser Preisklasse völlig normal ist, gehört aber auch im Vergleich zur Konkurrenz nicht zu den schnellsten. An seiner Zuverlässigkeit gibt es nichts auszusetzen und an die etwas langsamere Geschwindigkeit gewöhnt man sich, doch steckt der Teufel im Detail, und diese Kleinigkeit hätte im nächsten Jahr eine Verbesserung verdient.
Als ich das OnePlus Nord 5 auspackte, war ich angenehm überrascht, dass bereits ab Werk ein Schutzglas auf dem Display angebracht war – und nicht nur eine minderwertige Folie. Dieses Glas ist dünn und stört die Bedienung nicht, gleichzeitig vertraute ich darauf, dass es das Display bei einem unerwarteten Sturz schützen könnte.
Dieses Vertrauen hielt jedoch nicht lange, da sich nach zwei Wochen Nutzung ohne jeglichen Härtetest an zwei Stellen Mikrokratzer zeigten. Das ist zwar nichts Ernstes und fällt beim Ansehen des Displays kaum auf, trübt jedoch das Gesamtbild von der Widerstandsfähigkeit des Geräts.
Ein weiterer Bereich, in dem das OnePlus Nord 5 punktet, ist die Ausdauer. Die Kapazität seines Akkus beträgt ordentliche 5.200 mAh, womit eine zweitägige Laufzeit für das Smartphone kein Problem darstellt. Lob verdient auch die Unterstützung für 80W kabelgebundenes Laden, mit dem der Akku jedes Mal in weniger als einer Stunde gefüllt ist – sehr praktisch. Schade ist nur, dass OnePlus auch diesmal nicht den Schritt gemacht hat, die obere Mittelklasse mit kabellosem Laden auszustatten, was in dieser Preisklasse leider noch immer häufig fehlt.
Beim alltäglichen Gebrauch des Nord 5 fiel mir zudem die Vielzahl an Funktionen auf, die die kurz- und langfristige Lebensdauer des Akkus schonen. Einige davon, wie das Wiederaufnehmen des Ladens, wenn der Akkustand beim Langzeitladen unter 95 % fällt, oder das automatische Deaktivieren des Energiesparmodus bei 50 %, sind bereits ab Werk aktiviert. Andere, wie zum Beispiel „Intelligentes Laden“ oder „Standby-Optimierung im Schlafmodus“, müssen Sie manuell einschalten.
Die Ära der Smartphones mit zehn Kameras ist vorbei, daher stört es mich grundsätzlich nicht, dass sich im pillenförmigen Kameramodul des Nord 5 nur zwei Linsen befinden. Ja, es ist etwas schade, dass kein dritter Sensor – sprich ein Teleobjektiv – vorhanden ist, aber diesen bietet auch nicht jede Konkurrenz, wie etwa das Samsung A56 oder selbst die Basismodelle des iPhones.
Natürlich ist das OnePlus Nord 5 kein High-End-Fotokamerahandy, dennoch liefern alle seine Sensoren im Grunde sehr gute Ergebnisse. Im Mittelpunkt steht ein 50-MP-Weitwinkelsensor mit Blende f/1,8, selbstverständlich mit optischer Stabilisierung und HDR. Fotos zeichnen sich durch gute Details aus, wirken bei Sonnenschein realistisch klar und glänzend und behalten auch bei schlechterem Wetter eine gute Helligkeit und Kontrast.
Die Weitwinkelfotos halten ebenfalls eine gute Qualität, meist mit konsistenten und naturgetreuen Farben wie denen des Hauptsensors. Nur gelegentlich weichen sie farblich etwas ab. Bei Weitwinkelaufnahmen darf man jedoch keine so feinen Details wie bei „normalen“ Fotos erwarten – das ist der übliche Preis für den größeren Bildwinkel.
Wie bereits erwähnt, leidet das Nord 5 aufgrund des fehlenden Teleobjektivs bei Fotos mit starkem Zoom an Qualität. Persönlich würde ich empfehlen, maximal den 5-fach-Zoom zu nutzen, wo die Nachbearbeitung noch gute Arbeit leistet. Bei 10× gehen bereits spürbar Details verloren und bei 20× verwandelt sich das Bild in eine Art Ölgemälde.
Es sei jedoch erwähnt, dass der Hersteller beim Nord 5 KI-Funktionen nicht vergessen hat, die vor allem bei der Fotobearbeitung zum Einsatz kommen. So lässt sich der unzureichend detaillierte Zoom mithilfe der Funktion „Schärfe verbessern“ optimieren. Allerdings halluziniert das Tool manchmal, sodass z. B. bei einer wehenden Flagge unnatürliche Schatten entstanden.
Zu den weiteren KI-Funktionen des Nord 5 gehören etwa das Entfernen von Spiegelungen, das sehr zuverlässig arbeitet, oder das bekannte „KI-Radiergummi“. Auch die Funktion „Bestes Foto“ ist nützlich, insbesondere bei Gruppenbildern. Damit können geschlossene Augen geöffnet oder Gesichter aufgehellt werden, wenn jemand im Schatten stand. Positiv ist zudem, dass diese Funktionen beim Durchsehen der Galerie automatisch vorgeschlagen oder mit einem Klick verfügbar sind.
Das Nord 5 kann Videos in einer Auflösung von bis zu 4K mit 60 Bildern pro Sekunde aufnehmen, was für ein Mittelklasse-Smartphone sehr ordentlich ist. Man muss jedoch beachten, dass bei Nutzung der Option „Ultra-stabilisiert“ die Aufnahmequalität zwangsläufig auf FHD mit 60fps reduziert wird.
Seinem guten Ruf wird OnePlus auch im Bereich der Nachtfotografie gerecht. Die Aufnahmen zeigen, wie gut das OnePlus Nord 5 den Kontrast zwischen dunklem Himmel und beleuchteten Objekten ausgleicht. Zwar gibt es in der Kamera-App einen Nachtmodus, faktisch ist dieser aber kaum nötig, da das Nord 5 auch im normalen Modus schlechte Lichtverhältnisse erkennt und automatisch eine längere Belichtungszeit wählt.
Ähnlich wie bei Weitwinkelaufnahmen glänzen auch die Nachtbilder nicht mit außergewöhnlichen Details. Solange man jedoch nicht stark hineinzoomt, sind die Ergebnisse zufriedenstellend und bewahren die Atmosphäre des Moments gut.
Sehr gefallen hat mir beim Nord 5 auch die Möglichkeit, eine der voreingestellten fotografischen „Szenen“ auszuwählen, mit der ich beispielsweise Feuerwerke einfangen konnte. Neben diesen Szenen lassen sich direkt über die Hauptkamera verschiedene Filter, Lichtkonfigurationen oder Beauty-Effekte für Gesichter aktivieren.
Die Kamera-App des getesteten OnePlus Nord 5 ist sehr übersichtlich und fast schon minimalistisch, bietet jedoch zahlreiche Zusatzfunktionen und Modi. Zu den weniger üblichen zählen etwa „Langzeitbelichtung“, „Dual-View-Video“ – bei dem gleichzeitig mit Selfie- und Hauptkamera gefilmt wird – oder der „Movie“-Modus, der für professionellere Videoaufnahmen gedacht ist (inkl. Gitter, Histogramm, Weißabgleich und manuellem Fokus).
Ein weiterer spezieller Modus ist der für OnePlus typische „Tilt-shift“, der nur einen ausgewählten Bildstreifen fokussiert. Früher mochte ich ihn weniger, doch nach dem letzten Update wird die Vignette besser dargestellt, sodass der Effekt natürlicher wirkt.
Auch die Selfie-Kamera darf nicht vergessen werden. Sie ist beim OnePlus Nord 5 mittig oben im Display eingelassen und bietet einen 50-MP-Sensor mit Blende f/2.0. Nach meinen Erfahrungen lieferten die Selfies ausreichend Details, das Smartphone kam gut mit schlechten Lichtverhältnissen zurecht, und positiv ist auch, dass die Frontkamera Videos in 4K mit 60fps aufnehmen kann. Das ist praktisch für Videotelefonie, Vlogging oder andere kreative Einsätze.
Das Herzstück des OnePlus Nord 5 ist der 4nm-Prozessor Snapdragon 8s Gen 3 (mit GPU Adreno 735), ein letztjähriger Chip, der für günstigere Flaggschiffe mit optimalem Preis-Leistungs-Verhältnis entwickelt wurde. Kein Wunder also, dass sich das Smartphone im Testzeitraum kein einziges Mal aufgehängt hat. In Kombination mit optimierter Software und dem 144Hz-Display lief es reibungslos und bot ein sehr flüssiges Nutzungserlebnis.
Auch beim Gaming schlug sich das Nord 5 hervorragend. Spiele wie Call of Duty liefen auf hohen Details oder Ultra fps (etwa 140 fps, bei reduzierten Details) und dabei erwärmte sich das Gerät zu meiner Überraschung kaum. Verantwortlich dafür ist wohl die gute Wärmeableitung und die Game Engine, die den Energieeinsatz effizient optimiert.
Insgesamt verdient der Spielmodus des Nord 5 Lob, da er neben Basisfunktionen wie Leistungsprofilen (sparsam, ausgewogen, Pro Gamer), fps-Tracking und Temperaturüberwachung eine Vielzahl an Zusatzfeatures bietet, die jeden erfahrenen Gamer erfreuen.
Zu diesen Extras gehören etwa „Bypass-Laden“, bei dem die Energie vom Ladegerät direkt an den Betrieb geleitet wird, um Überhitzung zu vermeiden, verschiedene dedizierte „Nicht stören“-Modi, Optionen zur Datenoptimierung, ein Stimmenverzerrer oder Einstellungen für Raumklang.
Am meisten beeindruckte mich jedoch die GPU-Anpassung. Diese Funktion wurde in Zusammenarbeit mit Snapdragon und Adreno eingeführt und erlaubt es, Optionen wie MSAA (Kantenglättung), anisotropes Filtern (Schärfen von Texturen) und weitere Details individuell einzustellen.
Überraschenderweise war die einzige Situation, in der sich das Nord 5 stärker erwärmte, das System-Setup und das Testen verschiedener Einstellungen sowie die Nutzung des Mind-Space-Tools (siehe unten). Dabei erhitzte sich das Gerät in der Mitte und im oberen Bereich nahe der Kamera, kühlte aber relativ schnell wieder ab.
Das OnePlus Nord 5 ist selbstverständlich mit modernster Konnektivität ausgestattet, darunter Wi-Fi 8 und Bluetooth 5.4, sowie Stereolautsprechern für ein besseres Multimediaerlebnis. Diese vermitteln zwar ein gewisses Raumgefühl und spielen auch laut genug, klanglich sind sie jedoch enttäuschend durchschnittlich. Da Lautsprecher ohnehin selten für Musikwiedergabe genutzt werden, wird man die Unterstützung aktueller Bluetooth-Standards und hochwertiger Codecs wie aptX HD oder LHDC 5 mehr zu schätzen wissen.
In den OnePlus-Smartphones finden wir schon lange kein reines Android mehr, dennoch versucht die Benutzeroberfläche OxygenOS 15 beim Nord 5 einen minimalistischen Designansatz zu wahren und ergänzt das System hauptsächlich um kleine praktische Verbesserungen. Ein gutes Beispiel ist die Globale Suche, die durch Wischen nach unten auf dem Homescreen erscheint und mit Schlagwörtern sowohl in Apps, gespeicherten Dateien und Fotos sucht als auch direkt in Browser oder Kalender führt.
Praktisch ist auch das Seitenpanel, das nicht nur Apps, sondern auch zuletzt verwendete Dateien oder „Angeheftete Dateien“ anzeigt, in die man beispielsweise Fotos oder Text kopieren und anschließend in einer anderen App nutzen kann.
Neben der angenehm flüssigen Navigation im Nord 5 nutzte ich auch die intuitive Multitasking-Steuerung, bei der sich per Ziehen einer App ganz einfach Split-Screen oder Fenster-Modus starten lässt. Nützlich finde ich auch die „App-Einstellungen“, in denen man Apps sperren kann, damit sie im Hintergrund weiterlaufen, oder deren Inhalte in der Vorschau ausblenden kann.
Im Zusammenhang mit dem neuen Plus Key entdeckte ich auch die spezielle KI-Funktion „Mind Space“, in der sich aktuelle Screenshots für später speichern lassen. Diese werden analysiert und kurz beschrieben. Teilweise schlägt das Nord 5 sogar automatisch vor, einen Kalendereintrag zu erstellen. Meiner Ansicht nach bräuchte diese Funktion aber noch Entwicklung (ähnlich wie bei Motorola oder Nothing), da ich bisher keinen echten Nutzen dafür gefunden habe.
Eher ein Gimmick als eine Funktion für den Alltag sind die Gesten auf ausgeschaltetem Display, mit denen man durch Zeichnen von Buchstaben Apps wie die Kamera starten oder die Taschenlampe einschalten kann. Ebenfalls verfügbar sind Luftgesten, mit denen sich etwa eingehende Anrufe stummschalten lassen. Im Vergleich zum kürzlich getesteten Honor 400 Pro sind die Aktionen stark eingeschränkt, funktionieren aber immerhin zuverlässig. Trotz der Vielzahl an möglichen Gesten und Tastenkombinationen im Nord 5 finde ich persönlich die ikonischen Gesten der Motorola-Smartphones sympathischer.
Zu den unterschätzten Funktionen des OnePlus Nord 5 gehören definitiv die Steuerung bestimmter Geräte über den Infrarotport, der Fokusmodus oder der Kindermodus mit Hinweisen zur gesunden Sitzhaltung. Ebenfalls vorhanden ist haptisches Feedback, das zwar recht stark ist, aber spürbar nicht zu den hochwertigsten gehört.
Weniger erfreulich waren die vorinstallierten Spiele und Apps. Auch wenn es nicht so übertrieben ist wie bei Xiaomi-Smartphones, empfinde ich es dennoch als unnötig, insbesondere bei einem Gerät der oberen Mittelklasse.
In Bezug auf die KI-Ausstattung darf man keine Wunder erwarten. Dennoch ist es etwas schade, dass OnePlus beim diesjährigen Nord 5 nichts Vergleichbares umgesetzt hat, wenn sich manche Konkurrenz in derselben Kategorie (z. B. Xiaomi Note 14 Pro+) an jeder Ecke mit KI-Funktionen schmückt. Wie bereits erwähnt, funktionieren die KI-Anpassungen bei Fotos zuverlässig, doch bei Textfunktionen, die sich sogar automatisch beim Surfen oder in den Notizen anbieten. Standard in nahezu allen aktuellen Android-Smartphones sind der Assistent Gemini und Circle to Search, nützlich fand ich auch die Integration von Google Lens direkt in der Galerie.
Allgemein empfand ich die Nutzung des OnePlus Nord 5 und von OxygenOS als angenehm. Auch wenn hier und da eine Inspiration durch die Firma mit dem angebissenen Apfel erkennbar ist, fand ich die Integration des eigenen Dynamic Island oder der Aktionstaste sinnvoll und keineswegs störend. Positiv ist auch die Dauer der Softwareunterstützung: insgesamt 6 Jahre, davon 4 Jahre große Android-Updates.
Aktuell liegt der Preis des OnePlus Nord 5 bei etwa 449 EUR für die Variante 256/8 GB, was es mit seinen Spezifikationen und dem positiven Nutzungserlebnis zu einer interessanten Wahl in der Mittelklasse macht. Das Smartphone ist auch in der Version 512/12 GB erhältlich, die derzeit bei Alza im Angebot für nur 549 EUR verfügbar ist – zweifellos ein sehr attraktives Angebot. Doch fairerweise: Was bietet die Konkurrenz in diesem Preisbereich?
Ein direkter Konkurrent, der auch wegen des ähnlichen Designs nicht fehlen darf, ist das Samsung Galaxy A56 5G. Dieses wurde (in der Version 256/8 GB) ursprünglich für denselben Preis, also 529 EUR, vorgestellt, ist aktuell aber für 479 EUR erhältlich. Wie beim Nord 5 fehlt auch hier ein Teleobjektiv, jedoch verfügt es insgesamt über drei Kameras, da zusätzlich ein 5-MP-Makro vorhanden ist. Die Akkukapazität ist bei beiden vergleichbar, bei der Ladegeschwindigkeit (45 W beim A56) liegt das Nord 5 jedoch klar vorne. Ähnlich verhält es sich mit der Integration von KI, die bei Samsung unter „Awesome Intelligence“ firmiert und ebenfalls hauptsächlich bei Fotobearbeitungen greift. Auch die Bauweise beider Geräte ist sehr ähnlich, allerdings hat das Galaxy A56 mit IP67 eine etwas höhere Schutzklasse.
In einer ähnlichen Preiskategorie wie das Nord 5 bewegte sich auch das Xiaomi Redmi Note 14 Pro+ 5G, das anfangs rund 480 EUR kostete, aktuell jedoch im Angebot für nur 361 EUR erhältlich ist. Mit seiner Speicheroption 512/12 GB ist es somit fast unschlagbar. Umso bemerkenswerter ist, dass es in manchen Bereichen die beiden genannten Modelle sogar übertrifft. So verfügt es über eine IP68-Zertifizierung, eine Ladeleistung von beeindruckenden 120 W, voll nutzbare KI-Funktionen mit Unterstützung und eine Hauptkamera mit 200 MP Auflösung (f/1.5).
Um diese Alternative jedoch nicht zu sehr zu glorifizieren, sei erwähnt, dass das Note 14 Pro+ mit dem etwas schwächeren Prozessor Snapdragon 7s Gen 3 ausgestattet ist, seine Bildwiederholrate „nur“ 120 Hz beträgt und es eine hohe Menge an Bloatware mitbringt – etwas, wofür sich Xiaomi durchaus schämen sollte.
Gerade in der Mittelklasse ist der Wettbewerb um Kunden am härtesten, daher hat auch das OnePlus Nord 5 viele direkte und indirekte Konkurrenten. Falls Sie also von diesem Smartphone nicht überzeugt sind, kommen als Alternativen unter anderem das etwas unkonventionelle Nothing Phone (3a) Pro, das Pixel 9a mit optimierter Software direkt von Google, das leistungsstarke Poco F7 oder das robuste und individuelle Motorola Edge 60 Fusion infrage.
OnePlus Nord 5
MobiltelefoneAuch wenn dem OnePlus Nord 5 nachgesagt wird, ein „langweiligerer“ Nachfolger seiner berühmten Vorgänger zu sein, stimme ich dem nur teilweise zu. Ja, das Design ist etwas schlichter und generischer. Dies wird jedoch vollständig durch das schöne Display mit flüssiger 144Hz-Bildwiederholrate und eine Leistung kompensiert, die auch mit anspruchsvolleren Spielen mithalten kann. Lob verdient zudem das Duo an Kameras, die nahezu jede Situation meistern, sowie der Akku, der auch bei zweitägiger Nutzung durchhält. Während meiner Testzeit bin ich – abgesehen von der Kleinigkeit mit dem Schutzglas – auf keinen entscheidenden Mangel gestoßen. Daher denke ich, dass das Nord 5 schlicht die richtige Wahl für jeden ist, der ein zuverlässiges und in allen Bereichen gut ausgestattetes Smartphone ohne spürbare Kompromisse zu einem fairen Preis sucht.
Vorteile
Nachteile
Adam Hušek
Zurzeit besuche ich das Gymnasium. Ich bin ein Fan von Mobiltelefonen und Wearables sowie von verschiedenen neuen (für manche eher skurrilen) Gadgets. Von den Technologieunternehmen liegt mir Samsung am nächsten, aber in letzter Zeit interessieren mich auch etwas andere Marken wie Nothing oder generell alle, die sich trauen, Dinge ein wenig anders zu machen. In meiner Freizeit spiele ich Klavier und interessiere mich am Rande für Theater und Fotografie.
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• Autor: Ondřej Chabr
Die beliebte OnePlus Nord-Reihe hat Zuwachs bekommen: die neue Generation mit dem Namen OnePlus Nord 5 5G. Sie knüpft an die Erfolge der Vorgängergeneration an, versucht sich aber zu verändern, um ihre Existenz zu rechtfertigen. Handelt es sich dabei immer um Verbesserungen oder hat das Nord 5 5G auch irgendwo mit verschlechterten Parametern zu kämpfen? Schauen wir es uns an.
Die Mittelklasse-Reihe OnePlus hat sich im letzten Jahr nicht zurückgehalten. Das extravagante Design der Rückseite hebt das Nord 4 vom Rest des Smartphone-Felds ab. Die diesjährige Generation hingegen passt wieder besser zum aktuellen Trend der Smartphones. Das liegt vor allem an dem vertikal verlaufenden, schmaleren Streifen mit den Kameras. Während die Rückseite des Handys aus Glas besteht, sind die Seiten aus Kunststoff. Das ist leider etwas enttäuschend nach dem Nord 4, dessen Seiten und Rückseite aus Aluminium waren, was ihm einen hochwertigen Look verlieh.
Der Hersteller hält sich in puncto Widerstandsfähigkeit eher zurück, da das Gerät nicht der höchsten Wasserdichtigkeitsklasse entspricht, sondern „nur“ IP65. Den Produktfotos zufolge scheint OnePlus Nord die Rahmen um das Display auf angenehme 1,65 mm reduziert zu haben, was angesichts der Größe des Geräts sinnvoll ist. Das Smartphone wird in zwei hellen Farben erhältlich sein, nämlich in Eisblau und Sandbeige. Darüber hinaus gibt es noch eine mattschwarze Variante für Fans dunklerer Farbtöne.
Das Frontpaneel mit den erwähnten dünnen Rändern ist mit widerstandsfähigem Gorilla Glass 7i bedeckt. Und seine Abmessungen sind wirklich beeindruckend. Das neue Nord 5 erhöht die Diagonale auf 6,83 Zoll. Daher musste auch die Auflösung erhöht werden, die nun bei 2.800 × 1.272 Pixeln liegt. Das OnePlus wird zu Recht als Gaming-Handy betrachtet, was durch die bisher höchste unterstützte Bildwiederholfrequenz von 144 Hz unterstrichen wird. Diese wird von einigen unterstützten Spielen genutzt. Spieler wird auch die Touch-Abtastrate von 3.000 Hz interessieren.
Nicht nur an sonnigen Sommertagen werden Sie sich über die höhere Helligkeit von bis zu 1.400 Nits freuen. Zum Schutz der Augen trägt die hochfrequente Dimmung von 3.840 Hz bei. Die Aussparung für die Frontkamera am oberen Rand ist traditionell und wirkt daher nicht störend.
Eine großartige Neuheit des Nord 5 ist die Integration eines leistungsstarken Prozessors, der den besten Mobiltelefonen entspricht. Es handelt sich nicht direkt um einen Snapdragon 8 Elite, sondern um einen etwas bescheideneren 8-Kern-Snapdragon 8s Gen 3. Dieser übernimmt hier die Rolle des Leistungsträgers, der von 8 oder 12 GB LPDDR5X-Arbeitsspeicher unterstützt wird. Als Speicher stehen 256 GB zur Verfügung, die auch verdoppelt werden können.
Trotz der Leistungssteigerung überzeugt das OnePlus Nord 5 durch eine gute Akkuoptimierung, zu der auch der 4-nm-Fertigungsprozess des Prozessors beiträgt.
In der neuen Generation hat OnePlus die Antennenführung überarbeitet. Dies soll zu einer Verbesserung der Signalübertragung führen, was beim Spielen mit dem Nord 5 in horizontaler Position hilfreich sein kann. Für Gaming gibt es außerdem einen speziell reservierten Adreno 735-Chip und ein verbessertes Kühlsystem. Die Dampfkammer hat eine Fläche von 7.300 mm2, womit sie sogar die Fläche der Kammern teurerer Gaming-Smartphones übertrifft.
Nicht nur Gamer werden das schnelle und stabile OxygenOS-System zu schätzen wissen. Es läuft auf Android 15 und verfügt über eine vertraute Benutzeroberfläche mit übersichtlichen Menüs.
Das System wird auch durch OnePlus AI, also künstliche Intelligenz, unterstützt. Damit verbunden ist die Plus-Taste auf der linken Seite im oberen Bereich. Nach dem Drücken wird der Inhalt auf dem Display in die Mind Space-Umgebung übertragen, wo Sie leicht darauf zugreifen können. Mit der KI verbunden sind auch die Suche nach dem gesuchten Inhalt durch natürliche Beschreibung, Übersetzungen oder fortschrittliche Bildbearbeitung.
Das OnePlus Nord 5 hat etwas an Akkuleistung eingebüßt. Mit 5.200 mAh verfügt es jedoch weiterhin über eine ausreichende Kapazität und lässt sich mit bis zu 80 W aufladen. Auf kabelloses Laden muss man jedoch verzichten. Die Erwärmung wird durch die Möglichkeit minimiert, die Energie direkt an das Motherboard zu liefern und den Akku zu umgehen. Das ist besonders praktisch, wenn gerade hohe Leistung benötigt wird.
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Poco F7 (VORSTELLUNG) – Metall, Leistung, AMOLED und ein Preis ohne Schnickschnack. Das macht Sinn!
Auf der Rückseite verfügt das OnePlus Nord 5 über einen Sony LYT-700-Sensor mit einer Auflösung von 50 MP und optischer Bildstabilisierung. Es kommt gut mit HDR und Algorithmen für natürliche Farben zurecht, die es von der Flaggschiff-Serie OnePlus 13 übernommen hat. Auch mangelndes Tageslicht sollte kein Problem darstellen.
Die zweite Kamera ist nichts anderes als eine Weitwinkelkamera mit einer Auflösung von 8 MP. Diese ermöglicht auch Makroaufnahmen.
Die Frontkamera für Selfies hat eine schöne Veränderung erfahren. Hier wurde die Auflösung an die Hauptkamera angepasst und bietet nun ebenfalls 50 MP. Der Sensor ist in diesem Fall der Isocell JN5 von Samsung. OnePlus setzt viel auf ihn, da es nicht nur um die Auflösung geht, sondern auch um die Fähigkeit, mehr Licht einzufangen. Sowohl die Front- als auch die Rückkamera nehmen 4K-Videos mit 60 Bildern pro Sekunde auf.
Das OnePlus Nord 5 5G ist jetzt im Handel erhältlich. Sie können zwischen zwei Arbeitsspeicherkapazitäten wählen, nämlich 8 oder 12 GB. Damit verbunden ist auch der interne Speicher, entweder 256 oder 512 GB.
| Parameter/Modell | OnePlus Nord 5 5G | OnePlus Nord 4 |
|---|---|---|
| Display | Diagonale: 6,83" | Diagonale: 6,74" |
| Auflösung: 2 800 × 1 272 px, 450 ppi | Auflösung: 2 772 × 1 240 px, 450 ppi | |
| Typ: AMOLED | Typ: AMOLED | |
| Bildwiederholfrequenz bis zu: 144 Hz | Bildwiederholfrequenz bis zu: 120 Hz | |
| Schutz: | Schutz: | |
| Rückkameras | Hauptkamera: 50 Mpx, f/1,8, OIS | Hauptkamera: 50 Mpx, f/1,8, OIS |
| Weitwinkelkamera: 8 Mpx, f/2,2 | Weitwinkelkamera: 8 Mpx, f/2,2 | |
| Frontkamera | 50 Mpx, f/2,0 | 16 Mpx, f/2,4 |
| Chipsatz | Qualcomm Snapdragon 8s Gen 3 | Qualcomm Snapdragon 7+ Gen 3 |
| GPU | Adreno 735 | Adreno 732 |
| RAM | 8 / 12 GB | 12 / 16 GB |
| Interner Speicher | 256 / 512 GB | 256 / 512 GB |
| Betriebssystem | Android 15 | Android 15 |
| Unterstützung der 5G Netze | ✓ | ✓ |
| 3,5mm Klinke | ✕ | ✕ |
| Schutzart | IP65 | IP65 |
| Akku | 5.200 mAh | 5.500 mAh |
| Schnellladung/ kabelloses Laden: 80 W / - | Schnellladung / kabelloses Laden: 100 W / - | |
| Abmessungen | 163,4 × 77 × 8,1 mm | 162,6 × 75 × 8 mm |
| Gewicht | 211 g | 200 g |
| Packungsinhalt | USB-C-Kabel, Werkzeug zum Herausnehmen der SIM-Karte, Benutzerhandbuch | USB-C-Kabel, Werkzeug zum Herausnehmen der SIM-Karte, Benutzerhandbuch |
| Preis | ab 449 EUR* | ab 399 EUR* |
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