Das Stereomikroskop, oft auch als „Präpariermikroskop“ oder „Binokularlupe“ bezeichnet, ist ein optisches Instrument, das eine dreidimensionale, also stereoskopische, Ansicht des beobachteten Objekts bietet. Diesen räumlichen Eindruck erreicht es durch seine Konstruktion mit zwei getrennten optischen Systemen, wobei jedes Auge des Betrachters das Objekt unter einem leicht unterschiedlichen Winkel betrachtet. Das Gehirn fügt diese beiden Bilder dann zusammen und erzeugt einen Tiefeneindruck, ähnlich dem normalen menschlichen Sehen. Im Gegensatz zum klassischen biologischen Mikroskop, das ein flaches Bild erzeugt und sehr dünne sowie lichtdurchlässige Präparate erfordert, ist das Stereomikroskop für die Beobachtung größerer, undurchsichtiger Objekte im Auflicht, also von oben beleuchtet, konzipiert. Es arbeitet in der Regel mit einer geringeren Vergrößerung und verfügt über einen großen Arbeitsabstand, also den Raum zwischen Objektiv und Probe. Dies ermöglicht es, Gegenstände und Werkzeuge unter dem Mikroskop bequem zu handhaben, zum Beispiel bei der Reparatur von Elektronik, in der Uhrmacherei, im Juwelierwesen, bei der Präparation in der Biologie oder bei der Untersuchung von Gesteinen und Insekten.