• Autor: Jan Vavřík
Erinnern Sie sich daran, wie Sie zum ersten Mal diesen graugrünen Block in der Hand hielten, der nur mit einer ordentlichen Portion gutem Willen in die Tasche passte? Es war eine Zeit, in der das Versenden einer SMS fast feierlich wirkte und das erste melodische Piepen neugierige Blicke auf sich zog. Die Tasten klickten sanft, das Signal jagte man manchmal wie eine verlorene Münze, und jedes Klingeln mitten im Unterricht konnte eine Mischung aus Peinlichkeit und Stolz hervorrufen. Lassen Sie uns gemeinsam in die Zeit zurückblicken, als Siemens zu denjenigen gehörte, die den Rhythmus der damaligen mobilen Revolution vorgaben.
Die deutsche Siemens AG war lange Zeit eine feste Größe im Bereich Elektrotechnik und Industrie. Sie hatte Erfahrung in der Herstellung von Telefonzentralen, Sendern und anderen Kommunikationssystemen. Der Übergang zu Mobiltelefonen war daher kein Risiko, sondern eine natürliche Fortsetzung dessen, was die Marke bereits beherrschte. Als in den achtziger Jahren die ersten Mobilfunknetze auftauchten, trat Siemens mit einem klaren Ziel ein: seine Erfahrungen auch in die Welt im Taschenformat zu übertragen.
Die allerersten Handys von Siemens waren von der heutigen Eleganz weit entfernt. Sie waren groß, kantig und erinnerten eher an einen kleinen Koffer als an ein persönliches Gerät. Sie trugen sich etwa so bequem wie ein Ziegelstein mit Antenne. Sie gehörten hauptsächlich Managern und Fahrern, die ständig „erreichbar“ sein mussten. Erst die Einführung von GSM brachte eine deutliche Verkleinerung. Die Telefone erhielten praktischere Formen, typische scharfe Linien und eine solide Konstruktion. Gummitasten mit sanftem Widerstand beim Drücken verliehen der Marke eine unverwechselbare Handschrift.
Siemens setzte auf Robustheit und einfache Funktionalität. Die Nutzer kannten das gut – wenn das Telefon auf den Pflasterstein fiel und weiterfunktionierte, als wäre nichts geschehen, wirkte das fast selbstverständlich. Nach und nach kamen neue Funktionen hinzu: SMS, Spiele, die ersten Farbdisplays und Datenübertragungen. Doch die Welt der Handys beschleunigte sich. Das Entwicklungstempo war so rasant, dass manch ein Sprinter neidisch werden könnte. Siemens begann, den Anschluss und die Marketingkraft zu verlieren. Im Jahr 2005 kam der entscheidende Moment. Die Mobilfunksparte wurde von der Firma BenQ übernommen und Telefone mit dem Siemens-Logo begannen zu verschwinden.
Siemens gehörte zu den Marken, die die Anfänge der Mobilfunkära prägten – von den ersten „Ziegelsteinen“ bis hin zu eleganten Modellen, die Trends ihrer Zeit setzten. Es gelang, technische Ehrlichkeit mit dem Mut zur Innovation zu verbinden und die mobile Welt dorthin zu bewegen, wo wir sie heute kennen. Modelle gab es unzählige, daher wählen wir die wichtigsten und interessantesten aus – solche, die ihre Zeit beeinflussten. Da offizielle Fotos rar sind, bieten wir zumindest unsere bescheidene Video-Rückschau an.
Eines der ersten massenhaft verbreiteten Telefone von Siemens. Es bot soliden Empfang, einfache Bedienung und eine robuste Konstruktion, wie sie zu den Neunzigern gehörte. Es war ein Handy, das sich die Leute als ihr „erstes seriöses Telefon“ anschafften. Das Siemens S4 wurde zu einem wichtigen Meilenstein beim Übergang von analogen Netzen zum modernen GSM-Standard. Es bot Betrieb im GSM-900-Band, zuverlässiges Telefonieren und eine Konstruktion, die dem robusten Stil der damaligen Zeit entsprach. Es unterstützte das Senden und Empfangen von SMS-Nachrichten, was damals keine Selbstverständlichkeit war.
Das Siemens S10 gehört zu den ersten Telefonen, die ein Farbdisplay brachten und damit ein neues Kapitel in der Geschichte der Handys aufschlugen. Auch wenn die damaligen vier Farben – Rot, Grün, Blau und Weiß – nicht allzu markant wirkten, weckte schon die Tatsache, dass das Display „nicht nur grau war“, eine Begeisterung fast wie das erste Internet zu Hause. Das Telefon bestach auch durch eine ungewöhnliche seitliche Steuerung und ein moderner gestaltetes Menü, was es von der damaligen Konkurrenz abhob.
Das Siemens S10 wurde 1997 vorgestellt und bot ein Display mit einer Auflösung von 97 × 54 Pixeln, wobei sein Gewicht von etwa 185 Gramm den robusteren Konstruktionen entsprach. Das S10 arbeitete im GSM-900-Netz, beherrschte das Senden und Empfangen von SMS und es fehlte nicht an einer Sprachnotiz-Funktion.
Das Siemens SL10 ging als erstes Schiebehandy (Slider) der Marke und einer der ersten Slider auf dem europäischen Markt in die Geschichte ein. Seine Konstruktion mit Schiebemechanismus wirkte für die damalige Zeit sehr modern und ermöglichte es, kompakte Abmessungen mit einer bequem zugänglichen Tastatur zu verbinden. Das Design war sauber, einfach und wirkte in vielerlei Hinsicht fast futuristisch, was Nutzer anzog, die etwas anderes als die klassische Form wollten.
Das SL10 arbeitete im GSM-900-Netz, beherrschte das Senden und Empfangen von SMS und bot Speicher für einige Dutzend Kontakte, was damals völlig ausreichte. Sein schiebbarer Teil bewegte sich sanft und verlieh dem Telefon einen individuellen Charakter – es mit einer fließenden Bewegung zu öffnen, war fast genauso befriedigend wie das Zerdrücken einer Blase auf Luftpolsterfolie.
Das Siemens C25 gehörte zu den erschwinglichsten Telefonen seiner Zeit und wurde schnell zur Wahl für diejenigen, die ein einfaches und zuverlässiges Handy ohne Komplikationen wollten. Es bot eine kompakte Konstruktion, übersichtliche Bedienung und die Möglichkeit, farbige Cover zu wechseln, was damals eine kleine, aber sehr beliebte Form der „Personalisierung“ des Telefons war. Es unterstützte Grundfunktionen wie Senden und Empfangen von SMS, ein einfaches Menü und eine gute Akkulaufzeit – genau das, was die meisten Nutzer zu Beginn des Jahrtausends brauchten.
Das C25 war das Symbol eines Handys, das sich fast jeder leisten konnte, und fand seinen Platz bei Studenten sowie Leuten, die einfach nur telefonieren und schreiben wollten, ohne unnötigen Schnickschnack. Und wenn man ihm ein neues Cover aufsetzte, hatte man fast das Gefühl, gerade mit einem brandneuen Telefon aus dem Laden gekommen zu sein – einfache Zeiten hatten ihren Charme.
Das Siemens C35i gehörte zu den Telefonen, die schnell und fast mühelos Beliebtheit erlangten. Es bot WAP, bequemeres SMS-Schreiben und ein Menü, das natürlicher wirkte als bei den meisten damaligen Konkurrenten. Dank des geringen Gewichts und der kompakten Form lag es hervorragend in der Hand und wirkte im täglichen Gebrauch zuverlässig und anspruchslos – genau so, wie es die Nutzer zur Jahrtausendwende brauchten.
Das Telefon unterstützte GSM 900/1800, hatte eine solide Ausdauer und bot Funktionen, die für alle „Normalnutzer“ Sinn ergaben – von Studenten bis hin zu Leuten, die einfach wollten, dass das Handy funktioniert, wenn sie es brauchen. Das C35i erwarb sich den Ruf einer idealen Verbindung von Preis, Leistung und Zuverlässigkeit.
Das Siemens M35i war für alle gedacht, die ein Telefon brauchten, das sich so schnell vor nichts fürchtet. Es basierte auf dem Modell C35i, erhielt aber eine festere Konstruktion, gummierte Teile und erhöhte Beständigkeit gegen Staub und Stöße. Es war kein Handy zum Angeben – es war ein zuverlässiges Arbeitstier, das normale Stürze und auch etwas raueren Umgang wegsteckte, ohne beleidigt zu wirken.
Das M35i unterstützte GSM 900/1800, bot Vibration, eine für den Ganztagesbetrieb geeignete Ausdauer und alle Funktionen, die Nutzer vom C35i kannten. Zu Recht wurde es beliebt bei Handwerkern, Technikern, Sportlern und überhaupt allen, die ein Telefon brauchten, das auch Situationen überlebt, in denen andere Geräte lieber zu Hause geblieben wären.
Das Siemens SL45 war ein Telefon, das im Jahr 2000 wie ein kleines technologisches Wunder wirkte. Es handelte sich um das erste Gerät der Marke, das mit einem MP3-Player und einem Slot für eine MMC-Speicherkarte ausgestattet war, sodass man erstmals Musik direkt im Handy tragen konnte – etwas, das damals fast unglaublich wirkte.
Das Telefon kombinierte elegantes Metall-Aussehen, unerwartet fortschrittliche Funktionen und Erweiterungsmöglichkeiten, die viele Konkurrenzmodelle nicht boten. Kein Wunder, dass Fans es bis heute zur absoluten Spitze der Marke Siemens zählen. Und wer es damals zum MP3-Hören nutzte, hatte das Gefühl, so etwas wie einen Taschen-Musikplayer der Zukunft zu halten – nur noch ohne die Notwendigkeit, ein Abo zu bezahlen. Ein Jahr später knüpfte das Telefon SL45i an den Erfolg dieses Modells an.
Das Siemens C45 gehörte zu den sehr beliebten Telefonen der unteren Mittelklasse und erwarb sich schnell den Ruf eines „Handys, das alles kann, was man wirklich braucht“. Es bot komfortable Bedienung oder die Möglichkeit, die Frontcover zu wechseln, was den Nutzern erlaubte, das Telefon leicht mit einem neuen Look aufzufrischen. Dank des geringen Gewichts und der einfachen Tastenanordnung arbeitete es sich damit natürlich und ohne unnötiges Lernen. Die Wahrheit ist jedoch, dass wer etwas größere Finger hatte, bei den eng platzierten Pfeiltasten manchmal ordentlich ins Schwitzen kam.
Das C45 unterstützte GSM 900/1800-Netze, hatte eine solide Ausdauer und bot alle Funktionen, die damals eine Rolle spielten – SMS, Organizer, einfache Spiele und die Möglichkeit zur grundlegenden Anpassung des Aussehens. Kein Wunder, dass es vor allem bei Studenten beliebt wurde: Es war erschwinglich, zuverlässig und wirkte stilvoll, ohne den Geldbeutel zu belasten.
Das Siemens SL55 gehörte zu den Telefonen, die schon von weitem auffielen. Es war ein winziges Schiebemodell mit eleganter Form, das damals ebenso als Modeaccessoire wie als technologisches Gadget wirkte. Die sehr kompakte Konstruktion zusammen mit dem charakteristischen Slider machten das SL55 zu einem der stilvollsten Telefone, die Siemens je hergestellt hat.
Das Gerät unterstützte polyphone Klingeltöne, auch Java-Unterstützung fehlte nicht, sodass Nutzer einfache Spiele oder kleine Anwendungen herunterladen konnten. Dank der kleinen Abmessungen und der gut angeordneten Steuerung arbeitete es sich damit überraschend bequem, obwohl es buchstäblich im Taschenformat war.
Auf dieses Telefon habe ich mich persönlich sehr gefreut. Das Siemens SX1 hatte keine Angst, anders zu sein. Es handelte sich um das erste wirkliche „Smartphone“, das auf dem System Symbian OS basierte, und bot somit Möglichkeiten, die damalige gewöhnliche Handys bei weitem nicht kannten – großes Display, integrierte Kamera, Slot für eine Speicherkarte und die Möglichkeit, Anwendungen sowie fortgeschrittenere Spiele zu installieren. Genau diese Offenheit machte das SX1 zu einem Gerät, das die Grenzen der Mobiltechnik verschob.
Am meisten fiel es jedoch durch seine untraditionelle Steuerung auf. Die seitlich des Displays angeordneten Tasten wirkten auf den ersten Blick ungewöhnlich, verliehen dem Telefon aber eine Individualität, die kein anderes Modell damals bot. Allerdings muss ich gestehen, dass mir diese Tastenanordnung bald auf die Nerven ging. Das SX1 war jedoch das fortschrittlichste Handy von Siemens seiner Zeit.
Das Siemens C65 gehörte zu seiner Zeit zu den sehr beliebten Modellen der unteren Mittelklasse. Es bot ein Farbdisplay mit klarer Grafik, eine integrierte Kamera und ein modernes Menü, das sich schnell und intuitiv bedienen ließ. Die Konstruktion war leicht, lag gut in der Hand und das Telefon unterstützte GSM 900/1800-Netze, sodass es in ganz Europa zuverlässig funktionierte.
Das Modell bot SMS und MMS, einen einfachen Organizer, polyphone Melodien und die Möglichkeit, eigene Bilder oder Klingeltöne aufzunehmen. Auch Java für kleine Spiele und Anwendungen fehlte nicht, was in dieser Klasse ein willkommenes Plus war. Dank des günstigen Preises und der soliden Ausstattung wurde das C65 zu einer beliebten Wahl bei Jugendlichen und Nutzern.
Das Siemens M65 war ein Modell mit erhöhter Widerstandsfähigkeit, entworfen für Nutzer, die ein Telefon brauchten, das gegen rauere Bedingungen beständig ist – die Konstrukteure von Siemens gaben ihm einen Metallrahmen, ein gegen Staub und Feuchtigkeit beständiges Gehäuse und ein robustes Aussehen. Ein Display mit einer Auflösung von 132 × 176 px und 65.000 Farben, eine VGA-Kamera, das GSM 900/1800-Netz (manchmal auch 1900) und ein geringes Gewicht machten das M65 zu einem außergewöhnlichen Modell für das Jahr 2004.
Das Telefon unterstützte SMS, MMS, Java-Anwendungen und einen einfachen Webbrowser – Funktionen, die damals in der robusten Kategorie nicht üblich waren. Dank dessen wurde es zu einer beliebten Wahl unter Technikern, Sportlern und Outdoor-Enthusiasten, die keine Kompromisse wollten.
Das Siemens S65 war ein echtes Flaggschiff der Marke und stellte im Jahr 2004 das Beste dar, was Siemens anbieten konnte. Das Telefon brachte eine 1,3-Mpx-Kamera, ein hochwertiges Farbdisplay und Unterstützung für RS-MMC-Speicherkarten, was den Nutzern ermöglichte, mehr Fotos und Dateien zu speichern als bei früheren Modellen. Auch Bluetooth fehlte nicht, sodass es möglich war, Daten zu übertragen oder eine drahtlose Freisprecheinrichtung zu nutzen – eine Funktion, die damals klar auf die Oberklasse abzielte.
Die Kombination aus elegantem Design, solider Leistung und reicher Ausstattung machte das S65 zu einem Telefon, das modern und professionell wirkte. Es war ein Modell, mit dem man sich ohne Bedenken brüsten konnte – nicht nur mit dem Aussehen, sondern auch mit dem, was es konnte. Das S65 gehörte somit zu Recht zu den Höhepunkten der Entwicklung von Siemens und wird bis heute als eines der besten Premium-Telefone der Marke angesehen.
Und wenn wir heute zurückblicken, wird uns klar, dass Siemens nicht nur „eine weitere Marke auf dem Markt“ war. Es war ein Begleiter der ersten Mobilfunkgeneration – einer Zeit, in der sich Telefone nicht in Megapixeln übertrafen, sondern in Ausdauer, Zuverlässigkeit und diesem ungewöhnlichen Gefühl, dass wir die Zukunft in der Tasche tragen. Zeiten, in denen MP3 im Handy eine kleine Sensation war, ein Farbdisplay ein technologischer Sprung und ein wechselbares Cover ein kleiner Luxus.
Und auch wenn wir heute in einer Welt von Smartphones leben, die hervorragend fotografieren, Filme abspielen oder einen Computer ersetzen können, ruht in den Schubladen und Erinnerungen vieler von uns weiterhin irgendein Siemens. Mit zerkratztem Kunststoff, müder Tastatur, aber mit Geschichten, die hineinpassten. Vielleicht wird es nie wieder klingeln. Vielleicht geht es nicht einmal mehr an. Aber das macht nichts. Es reicht, es in die Hand zu nehmen – und alles ist wieder da.
Siemens konnte unauffällig und mutig zugleich sein. Manchmal wirkte es wie ein ehrliches Arbeitstier für das Gelände, ein anderes Mal wie ein stilvolles Accessoire, das man mit leichtem Stolz aus der Tasche zog. Seine Telefone fürchteten weder Stürze noch etwas raueren Umgang – und doch hatten sie einen besonderen, unaufdringlichen Charme. Den Charme einer Zeit, in der Technologie nicht von Geschwindigkeit und Megapixeln handelte, sondern von Einfachheit, Zuverlässigkeit… und vielleicht auch von einem Stück persönlicherer Beziehung zu dem Ding, das wir jeden Tag bei uns trugen.