• Autor: Ondrej Chabr
Das Markenportfolio von Huawei wächst, zumindest was die Verfügbarkeit der in unserem Gebiet verkauften Produkte angeht. Dieses Mal hat sich der Hersteller zusätzlich ein pikantes Angebot einfallen lassen. Das faltbare Smartphone Huawei Mate X6 versucht, sich seinem ursprünglichen Schwesterunternehmen Honor anzunähern, das Anfang des Jahres ein ähnliches faltbares Smartphone auf den Markt gebracht hat. Letzteres haben wir in unserem Testbericht übrigens sehr gelobt. Wird dieses neue Modell von Huawei ihm nacheifern?
Gleich zu Beginn müssen wir zugeben, dass die Ähnlichkeit des Huawei Mate X6 mit dem Honor Magic V3 wirklich auffällig ist. Die Displays bedecken den größten Teil der Fläche, aber vor allem ist das Design angenehm kompakt.
Das Huawei Mate X6 kommt im geschlossenen Zustand auf knapp 1 cm, was es zu einem Smartphone macht, das sich mit größeren Handys mit herkömmlichem Design messen kann. Im geöffneten Zustand ist es sogar nur 4,6 mm dick, was durchaus erfreulich ist.
Laut den abgebildeten Varianten auf der Website der Marke wird das Huawei Mate X6 in den Farbvarianten Rot, Schwarz und Grau erhältlich sein. Die letztgenannte Version hat sichtbare interessante Elemente auf der Rückseite. Die Seiten des Mate X6 werden anscheinend in gold gestaltet sein, wobei nur die schwarze Variante eine silberne Farbe erhält. An den Seiten befinden sich ansonsten nur die Steuerungstasten und die Lautsprechergitter. Unten befindet sich noch USB-C zum Aufladen oder zum Anschluss kabelgebundener Kopfhörer.
Das Huawei Mate X6 entspricht der Schutzklasse IPX8 und ist somit in der Lage, den Kontakt mit Wasser zu überstehen. Und das trotz des faltbaren Designs. Die Vorderseite ist mit dem widerstandsfähigen Kunlun-Glas der zweiten Generation bedeckt. Bei uns ist es nicht so bekannt wie Gorilla Glas, die Härte sollte jedoch garantiert sein.
Der Hersteller hat auch an dem Gelenk gearbeitet, das aus einer stärkeren Art von Aluminium gefertigt sein sollte. Auch die innere Platte in der Biegung ist bedeckt, aber hier gibt es kein so haltbares Glas.
Die Unterschiede sind nur gering, aber das Huawei Mate X6 übertrifft das Honor Magic V3 mit seinen beiden Bildschirmdiagonalen. Das äußere Display ist 6,45 Zoll groß und hat ein Seitenverhältnis von 20:9, während das innere Display 7,93 Zoll groß und mit 1,09:1 fast quadratisch ist. Beide sind OLED LTPO Typ mit 120Hz Bildwiederholrate. Auch die Ränder sind denen des flexiblen Honor auffallend ähnlich.
Die Selfie-Kameras sind wie folgt positioniert. Eine befindet sich klassisch zentriert am oberen Rand des Außendisplays, eine weitere versteckt sich im ausgeklappten Zustand in der rechten oberen Ecke des Panels.
Der Hersteller verrät noch nichts über den gewählten Prozessor. Obwohl man bei einem Flaggschiff-Handy dieses Niveaus erwarten würde, dass der Hersteller keine Geheimnisse daraus macht, ist die Situation rund um das chinesische Huawei bekanntlich auch in diesem Jahr kompliziert. Dem Hersteller ist es nicht erlaubt, solche Technologien zu verwenden, von denen auch die Konkurrenz profitieren kann. Deshalb ist es unwahrscheinlich, dass der stromsparende Chip in diesem Modell zum Einsatz kommt. Huawei gibt nur die Arbeits- und Speicherkapazität bekannt, nämlich 12 GB RAM und 512 GB Flash-Speicher.
Aufgrund von Restriktionen kann man nicht mit 5G-Modulen rechnen, weshalb das Huawei Mate X6 höchstwahrscheinlich nicht die schnellsten Mobilfunknetze nutzen wird. Aber andere Gadgets sind vorhanden, wie NFC für mobile Zahlungen oder Wi-Fi 6.
Das Betriebssystem ist wieder das eigene EMUI in der Version 15.0. Dazu gehört auch der eigene AppGallery-App-Store von Huawei. Google-Apps kann man vergessen, dafür gibt es die Möglichkeit, eine ähnliche App herunterzuladen oder über den Browser auf den Dienst zuzugreifen.
Nun zum Akku des Huawei Mate X6, denn der sieht gar nicht mal so schlecht aus. Zunächst einmal hat er eine Kapazität von 5.110 mAh, was für ein faltbares Smartphone mit zwei Displays durchaus solide ist. Außerdem konnte Huawei es sich leisten, den Akku in beide Hälften des Geräts aufzuteilen. Die entladenen Zellen werden dann dank 66W Schnellladung und 50W Wireless Power schnell wieder aufgeladen.
Wo liegen also die Stärken des Huawei Mate X6? In der Kamera-Kategorie. Die ist auf den ersten Blick ausgefeilt. Im massiven Fotoausschnitt stechen 3 Kameras hervor, die hier sicher nicht nur wegen der Menge zu finden sind.
Die Hauptkamera mit einer Auflösung von 50 Mpx und natürlich OIS hat den Vorteil einer variablen Blende, die sich um Blenden von f/1,4 bis f/4,0 kümmert. Ebenfalls erfreulich ist die Weitwinkelkamera mit ausreichender Bildfinesse dank der 40Mpx Auflösung. Schließlich gibt es noch ein 48-Mpx-Teleobjektiv, das einen 4-fachen optischen und 100-fachen digitalen Zoom bietet. Darüber hinaus kann das Teleobjektiv auch Makroaufnahmen mit einer Fokussierung ab 5 cm machen. Alternativ dazu gibt es eine Weitwinkelkamera mit noch näherem Fokus.
Außerdem verfügt das Huawei Mate X6 noch über eine weitere Kamera, die dafür da ist, die Farbwiedergabe der Bilder richtig zu bestimmen. Der Sensor hat die Aufgabe, die Farbtreue der menschlichen Haut und anderer Farbtöne besser zu erfassen. Der Hersteller hat ihn als Ultra-Chroma Camera betitelt.
Das Handy nimmt Videos in 4K-Auflösung auf und es gibt eine Reihe von verschiedenen Foto- und Videomodi. Zum Beispiel eine interessante Mehrfachbelichtung, um die Bewegungsphasen des Motivs einzufangen oder eine Langzeitbelichtung, um sich bewegende Objekte unscharf zu machen.
Der Hersteller hat mitgeteilt, dass sein Smartphone Huawei Mate X6 bei uns ab dem 3. Februar 2025 zu einem Preis von 2.000 € verkauft wird. Der Preis liegt definitiv auf einem Niveau, auf dem das Modell nicht gerade günstig ist. Lassen wir uns überraschen.
| Parameter/Modell | Huawei Mate X6 | Honor Magic V3 |
|---|---|---|
| Display | Diagonale: 6,45" und 7,93" | Diagonale: 6,43" und 7,92" |
| Auflösung: 2 440 × 1 080 px, 413 ppi 2 440 × 2 240 px, 417 ppi |
Auflösung: 2 376 × 1 060 px, 402 ppi 2 344 × 2 156 px, 402 ppi |
|
| Typ: OLED | Typ: OLED | |
| Bildwiederholfrequenz bis: 120 Hz | Bildwiederholfrequenz bis: 120 Hz | |
| Schutz: Kunlun Glass 2 | Schutz: ✕ | |
| Rückkameras | Haupt: 50 Mpx, f/1,4-4,0, OIS | Haupt: 50 Mpx, f/1,6, OIS |
| Weitwinkel: 40 Mpx, f/2,2 | Weitwinkel: 40 Mpx, f/2,2 | |
| Teleobjektiv: 48 Mpx, f/3,0, OIS | Teleobjektiv: 50 Mpx, f/3,0, OIS | |
| Frontkamera | 8 Mpx, f/2,4 (äußere) 8 Mpx, f/2,2 (innere) |
20 Mpx, f/2,2 (beide) |
| Chipset | ? | Qualcomm Snapdragon 8 Gen 3 |
| GPU | ? | Adreno 750 |
| RAM | 12 GB | 12 GB |
| Interner Speicher | 512 GB | 512 GB |
| Betriebssystem | EMUI 15.0 | Android 14 |
| 5G-Netzwerkunterstützung | ✕ | ✓ |
| 3,5-mm-Buchse | ✕ | ✕ |
| Schutzart | IPX8 | IPX8 |
| Akku | 5 110 mAh | 5 150 mAh |
| Schnellladung / kabelloses Laden: 66 W / 50 W | Schnellladung / kabelloses Laden: 66 W / 50 W | |
| Abmessungen | 156,6 × 73,8 × 9,9 mm (geschlossen) 156,6 × 144 × 4,6 mm (geöffnet) |
156,6 × 74 × 9,2 mm (geschlossen) 156,6 × 145,3 × 4,35 mm (geöffnet) |
| Gewicht | 239 g | 226 g |
| Inhalt der Packung | USB-C-Kabel, Tool zum Entfernen der SIM-Karte, Benutzerhandbuch | USB-C-Kabel, Hülle, Tool zum Entfernen der SIM-Karte, Benutzerhandbuch |
| Preis | 2.000 €* | 1.659 €** |
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Es ist erfreulich, dass ein weiteres kompaktes, faltbares Smartphone auf den Markt kommt. Vor allem ein solches, das sogar mit den besten Handys konkurrieren soll. Hier wird es Huawei mit dem Mate X6 allerdings nicht leicht haben. Aufgrund der aktuellen Restriktionen kann es nicht auf die besten verfügbaren Chips zurückgreifen. Es ist auch ein Risiko in Bezug auf das verwendete benutzerdefinierte Betriebssystem. Die Frage ist, wie sehr dies die Nutzer stören wird.