• Autor: Adam Růžička
Die neue Amazfit Balance 3 Smartwatch ist nicht einfach nur ein weiterer Nachfolger der Vorgängergeneration. Mit ihrem Vorgänger hat sie praktisch nur den Namen gemeinsam. In puncto Design, verwendete Materialien und Ausrichtung steigen sie in eine höhere Klasse auf. Was alles bringt die neue Generation der Smartwatch Balance 3 und ist dies ein Schritt in die richtige Richtung?
Die größte Veränderung bei der Balance 3 fällt schon auf den ersten Blick ins Auge. Das Design unterscheidet sich deutlich von der Amazfit Balance 2, und meiner Meinung nach ist das eine Verbesserung. Es ist, als wäre aus einem Teenager ein Erwachsener geworden. Anstelle eines Kunststoffgehäuses mit Aluminiumelementen kommt nun Edelstahl zum Einsatz, und der Hersteller bietet darüber hinaus auch eine Premium-Variante aus Titan an.
Die verwendeten Materialien wirken sich natürlich auf das Gewicht aus. Die Titanversion wiegt etwa 55 Gramm, die Stahlversion rund 62 Gramm, während die Balance 2 bei etwa 42 Gramm lag. Andererseits profitiert der Nutzer von einer robusteren Konstruktion, was kein so schlechter Kompromiss ist.
Mit der robusteren Bauweise gehen auch größere Abmessungen der Uhr einher. Sie hat nun einen Durchmesser von 51,4 mm und eine Dicke von 14,6 mm, womit sie sich in ihren Abmessungen dem Modell Amazfit T-Rex Ultra 2 annähert. Auch die Bedienung hat sich geändert. Während die Vorgängergeneration zwei Tasten bot, verfügt die Amazfit Balance 3 nun über gleich vier. Das werden vor allem Sportler zu schätzen wissen, die die Uhr häufig während des Trainings bedienen.
Auch das Display der Amazfit Balance 3 wurde verbessert. Die Diagonale blieb zwar bei 1,5 Zoll, die maximale Helligkeit stieg jedoch von 2.000 auf 3.000 Nit. Das macht Sinn, da Amazfit mit diesem Modell vor allem aktive Sportler anspricht. Eine höhere Helligkeit bedeutet bessere Lesbarkeit beim Laufen, Radfahren oder Wandern in der prallen Sonne.
Auch die Akkulaufzeit ist nach wie vor eine Stärke der Uhr. Der Hersteller gibt bis zu 21 Tage bei normaler Nutzung mit einer Akkuladung an, was auf dem Papier ein hervorragendes Ergebnis ist. Natürlich hängt dies von den genutzten Funktionen, dem GPS oder dem Always-On-Display-Modus ab, dennoch glaube ich, dass es nicht notwendig sein wird, die Uhr täglich aufzuladen, wie es bei anderen Marken und Modellen der Fall ist.
Die Amazfit Balance 3 sieht nicht nur robust aus. Der Hersteller gibt an, dass die Uhr militärische Härtetests durchlaufen hat, darunter Tests bei hohen und niedrigen Temperaturen, Temperaturschocks, Vibrationen, Stößen sowie Tests in Umgebungen mit niedrigem Luftdruck. Zudem wird die Konstruktion durch ein Saphirglas und ein Metallgehäuse aus Edelstahl oder Titan geschützt. Das Ergebnis ist eine Uhr, die auch anspruchsvollen Sport- und Outdoor-Einsätzen problemlos standhalten sollte.
Dazu tragen auch verschiedene Funktionen bei, mit denen die Uhr ausgestattet ist. Sie bietet beispielsweise Offline-Karten mit Navigation und der Möglichkeit, die Route neu zu berechnen, was bei der Fortbewegung in unbekanntem Gelände nützlich ist. Auch eine integrierte LED-Taschenlampe mit weißem und rotem Licht fehlt nicht, die im Dunkeln oder bei schlechten Lichtverhältnissen nützlich sein kann.
Die robuste Konstruktion ist jedoch nicht die einzige Neuerung. Auch im Inneren des Systems haben sich große Veränderungen vollzogen, wo Amazfit mehrere Funktionen hinzugefügt hat, die auf sportliche Leistung und Regeneration ausgerichtet sind.
Eine der wichtigsten Neuerungen ist das HybridCharge-System. Dabei handelt es sich nicht um einen eigenständigen Sensor, sondern um mehrere Messgrößen in einem, die Daten zu Trainingsbelastung, Regeneration, Stress und täglicher Aktivität kombinieren. So soll die Uhr besser einschätzen können, wann es sinnvoll ist, die Trainingsintensität zu steigern, und wann dem Körper hingegen Ruhe gegönnt werden sollte. Ziel ist es, dem Nutzer zu helfen und langfristig das richtige Gleichgewicht zwischen Leistung und Regeneration aufrechtzuerhalten.
Gleichzeitig wurde auch die Unterstützung für die Disziplin HYROX erweitert. Die Amazfit Balance 3 verfügt über offizielle HYROX-Trainingsmodi, vorgefertigte Trainingspläne sowie die Funktion Virtual Pacer, die dabei hilft, das eingestellte Tempo einzuhalten. Die Uhr analysiert zudem den Trainingsverlauf und liefert detaillierte Statistiken, die die Verfolgung langfristiger Fortschritte erleichtern können.
Doch auch nach Beendigung der sportlichen Aktivität hört die Uhr nicht auf zu arbeiten. Sie überwachen nämlich kontinuierlich die Herzfrequenz, die Herzfrequenzvariabilität (HRV), die Blutsauerstoffsättigung, den Stresspegel oder die Schlafqualität. Auch die Überwachung der Atemfrequenz während des Schlafs sowie die Auswertung der körperlichen Regeneration kommen nicht zu kurz. Dank dieser Daten erhält der Nutzer einen besseren Überblick darüber, wie sein Körper auf das Training und die alltäglichen Belastungen reagiert, und kann seinen weiteren Trainingsplan entsprechend anpassen.
Es ist offensichtlich, dass sich Amazfit mit dem Modell Balance 3 stärker in Richtung Leistungssportler orientiert. Darauf deuten nicht nur die robustere Bauweise und die hochwertigen Materialien hin, sondern vor allem die neuen Trainings- und Erholungsfunktionen. Dennoch behalten die Uhren ihr relativ elegantes Aussehen bei, sodass sie nicht so auffällig nach Outdoor-Sport aussehen wie die T-Rex-Serie.
Wenn Sie regelmäßig Sport treiben, aber keine wirklich robuste Outdoor-Uhr tragen möchten, stellt die Amazfit Balance 3 einen sehr interessanten Kompromiss dar – eine neue Bauweise, lange Akkulaufzeit und Sportfunktionen gepaart mit einem Design, das auch im Alltag nicht untergeht. Damit scheint Amazfit den richtigen Weg eingeschlagen zu haben.